Giulio Regeni – Tod eines Studenten

Giulio Regeni ist Tod. Er starb mit nur 28 Jahren. Aufgewachsenen in Fiumicello, einem kleinen, verschlafenen Dorf, zwischen Udine und Triest, in Nord-Italien. In Deutschland wurde wenig über das Schicksal des Studenten berichtet. Hier in Italien sind Straßen, Häuser und Plätze mit den zitronen-gelben Bannen gepflastert. In schwarzer Schrift steht geschrieben „Verita per Giulio Regeni“. Sein Name ist hierzulande überall bekannt.

Ich habe den jungen Mann leider nie kennen gelernt, dafür aber seine Eltern. Vielmehr seine Mutter, namens Paola. Eine starke, kämpferische Frau, die voll mit Ideen und Projekten war. Jetzt steckt sie ihre ganze Kraft darin „die Wahrheit“ für ihren ermordeten Sohn zu finden. Für seine Doktorarbeit war Giulio in Ägypten, als er spurlos verschwand. Nach einer Woche der Ungewissheit, wurde er wie ein Stück totes Vieh, am Straßenrand in Kairo, halbnackt und mit Foltermerkmalen gefunden.

Heute sah ich eines der unzähligen -einstmal- gelben Banner „Verita per Giulio Regini“. Das Stoffteil war mit Efeu halb zugewachsen, die Farbe von der Sonne verblichen. Auch in unseren Köpfen wird Giulio Regini langsam verblassen, die Gedanken, an den verschwunden Studenten weniger werden. Für die Eltern dagegen, wird ihr Sohn nie in Erinnerung verblassen. Sie werden bis zu ihrem Ende für die Warheit ihres Sohnes kämpfen!

© Ellva