Mein schwarzer Tag

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Mein schwarzer Tag | story.one

Wir kamen am Sonntag vom Urlaub erholt nach Hause. Am nächsten Tag ging nicht nur die Arbeit wieder los, sondern es war auch der erste Schultag. Mein Sohn Alexander wechselte in die Mittelschule. Dh neues Gebäude, neue Lehrer, neue Klasse.

Es war ein verregneter Montag. Ich fuhr mit meinem Sohn zur Schule. In der Eingangshalle wimmelte es nur so von Schülern und Eltern. Ich hatte keinen Plan, wohin wir gehen sollen. Ende Mai war ein Infoabend, den ich wegen eines Weiterbildungskurses nicht besucht habe. Also hatte ich jetzt keine Ahnung in welche Klasse mein Sohn kommt und wer seine Lehrerin ist. Nach 15 Minuten habe ich die richtige Gruppe und Lehrerin gefunden und konnte die Schule und das dort bestehende Chaos verlassen. Das war ja anstrengender als gedacht.

Ich eilte nach Hause. Der Regen wurde weniger. Ich packte mein Essen in die erste Tasche, die ich gefunden habe, ein und ging zu Fuß zur Arbeit. Es waren gute 10 Minuten Fußweg. Ich war wieder gut in der Zeit. Dann fing es wieder ganz leicht zu regnen an. War nicht so schlimm, da ich eine Regenjacke an hatte. Meine Tasche mit Essen war aber leider aus Papier und somit nicht wasserfest. Der Boden riß unter dem Gewicht meines Essens, die Tupperdose ging beim Aufprall auf und mein Essen landete am nassen Boden. Wenigstens konnte ich die Banane retten. In der Arbeit angekommen, wartete die Chefin mit speziellen Aufgaben auf mich. Es war viel zu tun, aber wenigstens verging die Zeit sehr schnell. Acht Stunden später ging ich hungrig und erschöpft nach Hause. Ungefähr in der Hälfte fing es so heftig zum schütten an, dass ich innerhalb von Sekunden völlig nass wurde. Meine Hose war ganz nass, meine Schuhe waren wie zwei kleine Lederbecken, wo meine Socken schwimmen konnten.

Endlich Zuhause angekommen, erwartete mich der absolute Höhepunkt meines Tages. Unser Hund Benno hatte heftige Durchfall-Attacken. Jedes Zimmer war mit Darminhalt verdreckt. Und dieser Gestank! Ich zog mich um und fing an zu putzen. Zuerst das Schlafzimmer, da war am wenigsten zum saubermachen. Dann das Kinderzimmer - das war am schlimmsten betroffen. Da waren sogar die Vorhänger bespritzt. Das Lego-Feuerwehrauto wanderte in den Mülleimer, Vorhänge in die Waschmaschine und ich schrubbte die eingetrocknetten braunen Flecken vom Boden, Wand und Bettleiter. Dann hörte ich, wie der Benno ins Schlafzimmer rennt. Oh nein, nicht schon wieder! Ich musste wieder von vorne anfangen.

Später bekam der Benno eine Spritze vom Tierazt und es ging ihm wieder gut. Ich fiel dann abends ins Bett und dachte darüber nach wie sehr ich jetzt einen Urlaub brauchen würde.

© Emilia_Weiss 03.07.2019