wo Drohnen fliegen

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wo Drohnen fliegen | story.one

Mit Gemüse & Obst schwer bepackten Taschen marschierte ich zum Parkplatz, zuerst verstauen, dann noch einmal zurück zum Markt, ich hatte die Fische vergessen! Forellen oder Saiblinge aus heimischem Gewässer, das kaufe ich wie alles andere auch, wenn möglich, aus unserer Region.

Zwar in Eile, trotzdem stoppte mich ein Geräusch – es kam von oben – genau über dem kleinen Grün, nahe den abgestellten Autos, surrte es. Siehe da eine Drohne flog über mir, sie drohte bald auf meinem Kopf zu landen. Besorgt blickte ich nach oben, dann suchend zu einem Besitzer.

Ein erwachsener junger Mann mit Freundin, stand einige Meter abseits, er hatte wie ein kleiner Bub die Fernsteuerung begeistert in Händen. „Sind sie sicher, dass das Ding nicht runter fällt?“ Keine Antwort.

In der Stadt ein Drohne, einfach so? Über Fußgänger und parkende Autos hinweg, ein Erwachsener spielt mit großer Drohne? Wie geht das denn? Durfte er als Kind nicht spielen? Ich sprach ihn nochmals freundlich darauf an. Er blickte erstaunt, Deutsch war ihm fremd, mit Englisch kein Problem. „Sie könnten Schwierigkeiten bekommen, wenn sie ihre Drohne weiterhin hier fliegen lassen, ich befürchte dass es verboten ist, zumindest in der Stadt“.

Er überlegte kurz, bedankte sich für die Warnung und ließ die Drohne landen. War ich zu vorlaut? Tatsächlich wusste ich in diesem Moment nicht wirklich gut Bescheid. Wir haben zwar seit 2014 eine Österr. Drohnengesetzgebung, aber die kann ein Tourist vielleicht nicht lesen und wer trägt sie als Österreicher, mit sich herum? Ab 1. Juli 2020 sollte laut Medien, auch in Österreich die EU-Drohnenverordnung wirksam werden, angeblich.

Lässt man es inzwischen in öffentlichen Bereichen darauf ankommen, denn bisher ist eh‘ noch nichts passiert? Ein rücksichtsvoller Mensch würde sicher daran denken, er könnte andere damit gefährden - doch sind es alle? Was ist, wenn die Drohne ein Kind gefährdet, oder runter knallt – weil er nebenbei seine Freundin küsst und vergisst – sie richtig zu steuern? Besser den Teufel nicht an die Wand malen, doch das beruhigt mich nicht.

Nach diesem Erlebnis, erwarte ich sehr gerne die EU-Drohnenverordnung, Länder übergreifend. Bei uns kreuzen zwar keine Öltanker, aber die Sicherheit, dass Drohnen nicht einfach wild durch die Lüfte schwirren, würde ich für unser Land verlangen.

In Österreich haben wir sogar den Adler mit Kamera, der uns zeigt wie die herrlichen Berge und die verschwindenden Gletscher von oben aussehen. Obwohl es mich ein bissl wundert, dass sich darüber noch niemand beschwert hat? Kameramann Adler könnte sich auch ein leichteres Leben vorstellen,.... und wie würden SIE reagieren, wenn ihr neugieriger Nachbar, täglich seine Drohne mit Kamera über ihren Garten oder Balkon schickt, nur um zu sehen ob sie den vor einem Jahr ausgeborgten Griller auch wirklich benutzen? Er war bisher zu schüchtern um nachzufragen, ob sie das Gerät tatsächlich noch brauchen. Gegrilltes hat er ja auch nie gerochen :-).

© ERFAlina 18.10.2019