Der Planet der Stille.

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Der Planet der Stille. | story.one

Wir schreiben das Jahr 2020, genauer das 1. Halbjahr 2020. Eigentlich wäre das nichts Besonderes. Aber dieses Jahr ist alles anders. Draussen, in den Städten und Dörfern steht alles still. Die Menschen haben sich ihre Häuser zurückgezogen, nicht freiwillig, sondern weil die Situation es erfordert und die Verantwortlichen in den Ländern, Städten und Gemeinden ihre Völker zur Quarantätn aufgefordert haben.

Keine bewaffneten Auseinandersetzungen, keine Intrigen sind die Ursache, nein, es ist ein fieses kleines Ding, ein Virus, etwas, dem die Wissenschaftler nicht einmal das Attribut Leben zuschreiben. Dieses Virus hält seit geraumer Zeit die ganze Welt in Atem. Ja, richtig, in Atem. Es ist ein Virus, das für eine heimtückische Krankheit steht mit dem nüchternen Namen "Covid19". Dieses Virus befällt die Atemwege und kann sie gänzlich zerstören. Zahlreiche Menschen sind bereits daran gestorben, viele werden wohl noch folgen.

Das Virus ist neu, man kennt es nicht, demzufolge gibt es dafür zurzeit auch keine wirksame Behandlung. Jede Therapie im Spital ist ein experimentieren nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum. Besonders gefährdet seien Menschen, mit einer Vorerkra nkung und alle, die älter als 65 Jahre sind. Ich gegöre also auch zur "Risikogruppe". Auf der anderen Seite wird von den Verantwortlichen mit einer grossen Anzahl von Infizierten gerechnent, bei denen die Kraknkheit gar nie ausbricht.

Leergefegte Strassen und Alleen, geschlossene Geschäfte, Ortschaften, egal wo auf der Welt, erscheinen geisterhaft, gespenstisch und leer. Nur ab und zu trifft man eine Menschenseele unterwegs, meist solche, die im Gesundheitsbereich arbeiten oder in Verkaufsgeschäften mit Waren des täglichen Bedarfs tätig sind oder einkaufen. Alles andere - vor allen Dingen kulturelle Veranstaltungen und Anlässe, bei denen mehr als 5 Personen zusammenkommen, ist verboten. Grenzen, nach allen Seiten in die Nachbarländer sind geschlossen, Bahn- Bus- Tram und Flugverkehr nahezu zum Erliegen gekommen.

Gleichzeitig erfährt man aus den Medien, dass im massiv smoggeplagten Indien, plötzlich freie Sicht auf den Himlaya das Erstaunen der dortigen Einwohner hervorruft. Wilde Tiere und Pflanzen, erobern sich Lebensräume zurück, die zuvor von Menschen besetzt waren.

Nicht zu vernachlässigen sind die aus dieser Pandemie entstehenden wirtschaftlichen Schäden. Die Menschen sitzen daheim, allenfalls mit Laptop ausgerüstet, mit dem sie Home Office machen können. Aber solcherart zu arbeiten, ist nicht zu vergleichen mit der Präsenz am Arbeitsplatz, besonders wenn gleichzeitig auch noch Kinder unterrichtet werden müssen, deren Schule derzeit ebenfalls ausfällt. Die Welt rechnet mit einer tiefen wirtschaftlichen Rezession in sämtlichen Branchen.

Andererseits könnten wir überlegen, wie wir künftig unseren Lebensstil verändern könnten. Möglich wäre es, wie diese Krise beweist.

© Erich Ed. Müller 12.04.2020