Ubungo und die Reise in den Norden

Um 7 Uhr waren wir bei der Ubungo Busstation, der Reihe nach rollten die Bus an und wieder ab. Bunte Verziehrungen und Aufschriften prägten die Fahrzeuge. Auch hier war das gleiche bunte Durcheinander wie am vorigen Tag.

Es war das erste Mal in Tansania, dass ich unter so viele Leute trat und auch das erste Mal, dass ich wegen meiner Hautfarbe angesehen wurde. Es war ein merkwüdiges Gefühl, nicht unangenehm, sondern nur unbekannt. Die Leute starrten nicht, zumindest die Mehrheit nicht. Ich fiel einfach auf und wurde somit ein bisschen länger angesehen. Man kann es so vergleichen wie wenn vor 50 Jahren in ein kleines österreichisches Dorf ein Dunkelhäutiger kam.

Es wurden Zeitungen und Bustickets verkauft. Wir warteten gute 30 Minuten bis unser Bus kam. Der Pastor handelte mit den Busticketverkäufer einen guten Preis aus. Als der Bus seine Türe öffnete gab es ein großes Gedränge.

Sobald ich mich niedergelassen habe, ging es auch schon los, nach Moshi. Der Bus hatte Klimaanlage, mit dem habe ich am wenigsten gerechnet, aber es war wohl einer der neueren.

Zuerst ging es noch durch diese leicht hügelige Wohngegend. Dann fuhren wir von einen Hang hinab von den man wunderbar in die grüne Steppenlandschaft sah. Die ganze Zeit dachte ich wir würden wenigstens durch ein kleines Stück Wüste fahren. Doch meine Vorstellung ensprach nicht der Realität. Die Landschaft war grün, es wuchsen Palmen, Bäume, Gräser, Büsche und die Erde war braun-rot.

Immer wenn wir bei einer Bushaltestelle hielten, waren Verkäufer hier. Sie hielten die Hände ausgestreckt in die Höhe, wenn man etwas erwerben wollte öffnete man einfach das Fenster, nahm sich Äpfel, Orangen, Getränke, Nüsse, Chips oder Kekse und gab das Geld hinaus. Manchmal wurde es zu knapp und wir fuhren schon weiter, so schmieß man das Geld einfach vom Fenster raus.

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