Weihnachts-Tam-Tam

„Aber du bist nicht allein oder?“ „Du musst wohl nicht arbeiten oder?“ Diese Fragen möchte ich absichtlich mit DOCH beantworten.

Es ist Heiligabend und ich sitze alleine in meinem Zimmer. Zuvor habe ich mir meine aufgeschriebenen Gedanken und Erlebnisse der letzten Jahre durchgelesen. Ich war schon immer viel allein. In Wien war es vor allem ein Defizit an guten sozialen Kontakten. Hier in Salzburg ist es nun eher das Missen einer engen Vertrauten Person - ja, eine Beziehung. Ich gebe das nur ungern zu, da ich sehr freiheitsliebend bin. Das ganze Jahr vom Frühling an war ich immer sehr beschäftigt und es gab diese Alleinphasen die ich genoss und die mir gut taten. Nun im Winter ist mein Bett mein bester Freund. Da gibt es dann diese gemütlichen Abende auf der Couch - alleine und gefangen in meinen Gedanken. Besonders in den letzten Wochen war das Alleinsein ein Schlag ins Gesicht. Die aufkommenden Tränen und Emotionen die man einfach nicht wegschieben kann. Die Denkweise, die sich darum dreht nicht genug zu sein und das unerfüllte Verlangen nach einer besondern Person. Diese Gedanken können einen wirklich weit hinunter ziehen. Ich bin froh darüber, dass das bei mir nur eine Phase ist und nach dem down auch wieder ein up kommt.

Was ist so schlimm Zeit mit dir selbst zu verbringen?

Warum wird Alleinsein so verteufelt?

Die Gedanken die im Alleinseins enstehen sind die wahren Bösewichte - denn sie führen zur Einsamkeit, die krank machen kann.

Ich genieße es heute am 24.12., ein Tag der für mich schon lange seinen hohen Stellenwert verloren hat, mit gutem Essen und meiner Schreiberei auf dem Sofa zu sitzen.

Schöne Weihnachten euch!

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