Von Fanfiction, Memoiren und Autismus

Meine Gedanken waren schon immer Fanfiction, wenn es um Fantasie ging. Das bedeutet: Ich habe bereits existierende Figuren aus Märchen, Mythologie, Popkultur und Historie genommen und daraus meine eigene Welt gebastelt. Beste Beispiele: Wolfgang Amadeus Mozart und die Animefigur Sailor Moon. Denn für eigene Figuren fehlt mir leider die Empathie, sodass ich Geschichten dieser Art in Unglaubwürdigkeit abdriften. Deshalb habe ich es aufgegeben, Kurzgeschichten mit völlig frei erfundenen Charakteren zu schreiben.

Das zweite Genre, welches ich gut schreiben kann, sind kurze Memoiren. Diese handeln so gut wie immer über meinen Autismus, weil ich möchte, dass die Menschen diese Form von Außenseitertum besser einschätzen können.

Aber leider zeigen die Menschen oft keine Toleranz: Das gilt sowohl für Fanfiction als auch für den Autismus. Bei meinen Texten über Mozart meinen die Leute, dass ich lieber gar nicht schreiben sollte. Außerdem unterstellen mir manche Mitmenschen, dass Mozart ein schädlicher Einfluss für meine seelische Gesundheit wäre. Dies ist vor allem tagsüber der Fall.

Deswegen werde ich häufig traurig und gerate in Rage, weil mich die Leute nicht verstehen. Ich fühle mich sogar wie ein Monster, das so ähnlich unbeliebt ist wie das Kothaufen-Emoticon.

© Esra Kurt