#kleinigkeiten

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#kleinigkeiten | story.one

31 Tage täglich etwas Gutes tun - dieses private Projekt habe ich mir für den Jahresbeginn vorgenommen. Auf die Idee gekommen bin ich durch einen Artikel, über den ich zufällig in einer Zeitschrift gestolpert bin. Na, dann bin ich mal gespannt, was mir so einfällt.

Ich starte mit einem Anruf und bedanke mich bei einem lieben Menschen für die Unterstützung im letzten Jahr, was die Person am anderen Ende der Leitung sehr erfreut.

Am nächsten Tag ist der Briefträger dran, für den ich Schokolade mit einer kleinen Notiz platziere. Dann bekommt meine beste Freundin einen Wellness-Gutschein, weil ich weiß, dass sie das liebt und sich zu wenig Zeit für sich selbst nimmt. Ich packe noch am selben Abend zwei Deutschbücher in ein Kuvert, das ich einem alleinerziehenden Vater schicke, der wegen der Kinderbetreuung keinen Kurs besuchen kann. Und ich beschrifte kleine Kuverts mit Bildwörterbüchern für meine ehemaligen Schüler.

Den folgenden Tag delegiere ich an meine Tochter und sie schreibt fünf Postkarten an Menschen, die sie gern mag. Dann sind meine Freundinnen dran, von denen jede von mir eine wertschätzende Nachricht bekommt. Im Kindergarten tauche ich am nächsten Morgen mit einer großen Schachtel gesammelter Verpackungskartons und leeren Klorollen auf - beim Abholen sehe ich bereits erste, selbst gebastelte "Laser-Schwerter" - schön!

Dann spreche ich Essenseinladungen an liebe Freunde und Bekannte aus, vermittle ehrenamtlich in einem Nachbarschaftskonflikt und spende Blut. Dem Westbahn-Team hinterlasse ich beim Aussteigen Schokolade und eine Notiz und sehe von außen zu, wie die einsteigenden Fahrgäste alle erst schauen, dann lesen und am Ende lächeln. Was für ein schönes Schauspiel!

In einem Foodsharing-Kühlschrank deponiere ich Krapfen, in das Münzfach eines Kaffeeautomaten lege ich Geld für einen Kaffee. Dann bringe ich meiner Mama unerwartet Blumen und meinen Kollegen eine gefüllte Schale mit frischem Obst, das ich immer geliefert bekomme, und für das ich mich mit Schokolade und einer Notiz beim unbekannten Lieferanten bedanke.

Ich verschenke ein paar Sachen über eine Online-Plattform, spende für den Hilfsgütertransport eines Bekannten nach Rumänien, kaufe eine Straßenzeitung und bringe Kuchen mit zum Deutschkurs. Ich hole eine Freundin mit viel Gepäck vom Bahnhof ab und bringe sie nach Hause. Einer anderen Freundin schicke ich ein Paket mit Kleidung, die meiner Tochter nicht mehr passt. Für eine Familie, die nur wenig Geld zur Verfügung hat, organisiere ich Windeln.

Am Ende hänge ich noch meine Winterjacke an einen Baum - in der Hoffnung, dass jemand sie brauchen kann, und verteile Malbücher für Kinder in einem internationalen Begegnungszentrum. Ich springe kurzfristig für eine Kollegin ein und rette das Faschingsfest des Sohnes einer Bekannten mit der Lieferung eines bei mir vorrätigen Ninja-Kostüms.

So, der Monat ist um, mein Projekt vorläufig zu Ende. Was zurückbleibt? Ein sehr gutes Gefühl!

© Eva Daspelgruber