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Der unsichtbare Feind....

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Der unsichtbare Feind.... | story.one

Ich werde plötzlich aus dem Schlaf gerissen, spüre wie sich meine Kehle zu schnürt, das Atmen immer schwerer fällt. Versuche tief durchzuatmen, doch der Druck auf meiner Brust und um den Hals wird immer stärker. Ich röchle nach Luft, klopfe mit den Händen auf die Bettdecke. Wo ist mein Mann? Warum hört er nicht mein Klopfen, Röcheln und verzweifeltes Ringen nach Luft? Da merke ich er liegt nicht mehr neben mir. Was ist hier los? Ich fühle mich als würde mir eine Hand den Kehlkopf zu drücken und dabei ist da niemand. Setze mich mit aller Kraft auf , um erneut nach Luft zu ringen und endlich gelingt es mir langsam, Luft zu holen und nicht in Panik zu verfallen. Da höre im Flur schlurfende Schritte auf das Schlafzimmer zu kommen. Wieder kommt diese Panik hoch und ich spüre die Angst aufsteigen in mir. Da eine Gestalt! Ich greife zum Lichtschalter der Nachttischlampe und grelles Licht durchflutet das Schlafzimmer...

Da steht mit erschrockenen weit aufgerissenen Augen mein Mann und flüstert: „Willst Du mich umbringen? Bist Du verrückt, mich so zu erschrecken?“ Jetzt finde ich die ganze Situation, in allen Ängsten, auch noch komisch und fange wie verrückt an laut zu lachen und zu weinen. Machtlos ob meiner Hysterie, sitzt der Mann neben mir am Bett und ist hilflos, denn so hat er mich in all den Jahrzehnten noch nicht so erlebt. Wobei wir schon viele schmerzhafte Schicksalsschläge zu bewältigen hatten und ich mich noch nie so gegeben habe.

Was ist nun plötzlich geschehen? Was wirft mich so aus der Spur, dass ich eine Panikattacke erleide und fast nicht zu beruhigen bin? Keine Erklärung kommt mir in den Sinn, der Kopf ist leer von Gedanken. Ich kann nicht klar denken, spüre nur diese unendliche Angst und Hilflosigkeit. Er nimmt mich in die Arme und flüstert: „Wir haben schon so vieles geschafft, da schaffen wir auch diese große ungewisse Herausforderung. Wir müssen nur versuchen auf alle Fälle gesund zu bleiben und das bedeutet, dass wir ab nun, nur für den notwendigsten Grund, vor die Tür gehen. Zumindest ich.“

Und nun war die Erinnerung wieder da, was meine Ängste auslöste! Der Virus, der uns von einem Tag auf den anderen zwingt, zu Hause zu bleiben und wer die Möglichkeit hat, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Mir wurde über Nacht bewusst, was dies für mich bedeutet: ab nun keinen Schritt mehr vor die Haustür, maximal im Hinterhof im privaten Park. Sechs Stockwerke runter und wieder hoch, gut ist gleich Sport, doch die Frage: Wie lange wird es dauern, was bedeutet dies für unsere wirtschaftliche Zukunft, werden wir gesund bleiben? Wohin führt uns das? Wie wird die Versorgung von lebenswichtigen Medikamenten und Lebensmittel? Diese Hamsterkäufe haben in mir erst alles zum Bewusstsein gebracht, das wir fast in einem Krieg stehen. Aber wer ist unser Feind? Wie schaut er aus? Nicht zu sehen und zu greifen, aber die Berichte erzeugen Ängste und Machtlosigkeit!!! Wer ist er dieser Virus?

Heute ist Tag Eins! Wie wird es enden? Bericht folgt....

© EvelinWakri 05.04.2020

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