Bis bald (Repost)

Ich zitterte vor Aufregung als ich aus dem Auto stieg, nach fast 3h Autofahrt und auf dem riesigen Pferdehof stand. Es war der 08.12. und die winterliche Kälte machte sich schon bemerkbar. Kurz nach mir verließ auch meine Mutter das war Auto und stand jetzt Neben mir. Ich zog meine Jacke enger an mich.  Der kalte Wind fegte mir ins Gesicht und verzauste meine caramelblonden Haare. Eine mittelgroße Frau kam auf uns zu. Die Hände in den Jackentasche vergraben, geschützt vor der Kälte. Als sie bei uns angekommen war streckte sie ihre Hand aus und begrüßte uns. Sie wirkte etwas niedergeschlagen und erschöpft. Wir gingen nach einer Weile, die mir wir eine halbe Ewigkeit vorkam, zu dem Stall und meine Aufregung wuchs. Wir gingen an den vielen Boxen vorbei, in denen die verschiedensten Pferde standen und hielten an einer Box die weiter hinten lag an. Neugierig streckte eine schwarz, weiß gefleckte Norikerstute ihren Kopf auf der Box und begrüßte ihre Besitzerin. Ich schaute auf die Boxentür auf der ein kleines Schild hing, "Bonsai" stand groß darauf.  Sie öffnete die Box und ich konnte sie genauer betrachten. Ihr Fell glänzte und ich streichelte darüber. Es fühlte sich an wie Seide. Sie knabberte an meiner Jackentasche und ich musste lachen. Ihre Besitzerin legte ihr ein Halfter an und holte einen Sattel, den sie auf ihrem Rücken ablegte. Sie zog den Sattelgurt fest und führte sie an einer Longe heraus. Wir gingen in eine große Halle in der zwei andere Pferde gerade geritten wurden. Die Besitzerin fing an die Stute zu longieren und ich schaute wie gebannt auf die anmutige Stute, die  Kraft und Schönheit verband. Sie schwebte förmlich im Trab über den Boden. In dem Moment wusste ich es. Dieses Pferd oder keins. Nach einer Weile hielt sie an und ich sollte sie Probereiten. Ich stieg geschickt in den Sattel und klopfte ihr sanft auf den Hals. Ich drückte meine Fersen leicht in ihre Seiten und sie ging los. Doch plötzlich fegte der Wind gegen die Halle und ich dachte sie würde zusammenbrechen so laut krachte sie. Ich dachte schon Bonsai würde durchdrehen aber sie blieb ruhig stehen. Lobend streichelte ich über ihr seidenes Fell. Sie strahlte eine so positive Eine aus, dass ich sie am liebsten gleich mitnehmen mochte. Ich stieg ab und führte sie mit der Besitzerin wieder in den Stall und sattelte sie ab. Ich legte noch meine Stirn an ihre und flüsterte: "Bis bald" bevor ich mit meiner Mutter und der Frau zu unserem Auto ging. Ich stieg schon ein, während meine Mutter noch Sachen mit der Frau besprach. Ich legte meinen Kopf an die Fensterscheibe und schloss die Augen. Bald schon wurde alles schwarz und ich fiel in einen tiefen Schlaf.

© ExpectoPatronum