Kaiserschmarrn

Einführungs-Dialog 
zwischen der resoluten Kathi und dem Hüttenwirts-Anwärter Ferdl beim Herstellen seines 1. Kaiserschmarrns nach Art des Hauses, nämlich des Zeppezauerhauses am Untersberg zu Salzburg.

Kathi : Horch zu Bua, es geht um ein Hütten-Essen namens Kaiserschmarrn. Wie der Name schon sagt, eine königliche Speise. Und so soll sie auch schmecken, verstehst? Bergsteiger sind Gäste, also auch Könige, kapiert?

Ferdl : Geh Kathi, de Bergler, de i kenn, san meistens atemlos, dehydriert, verschwitzt mit wirrem Haar und schreien von weitem nach Bier.

K: Werd net frech Bua, du derfst deine Gedanken ned auf de Lippen trogn, des derfst ois Gast mochn – owa im Zeppihaus – bist du jetzt da Hüttenwirt und muasst, obst wüst oda ned, diplomatisch sei!

F: Ois klor Kathi, gemma´s an, wos brauch ma ois?

K: Oisdann, i sog da die Zutaten an: Imma nur oa Portion im Pfandl! Nimm zwoa Eier, a Pris Soiz, zirka 200 ml Milch … ha?

F: Wiavü san 200 ml, kaunst des ned …?

K: Mein Gott – Bua , nimm oafoch a Kaffeehäferl, des kummt ungefähr hin. Wennst a spritzigs Mineralwossa host, tuast an Schluck dazur, wennst koans host, nimmst a Messaspitzn Natron, des geht a.... ha?

F: Für wos is des Natronpulver, Kathi?

K: Mit Natron kaunst Sodawossa mochn, des is kohlensäurehaltig. Host mi? Daun brauchst a glotts Möh, nimm zwoa Esslöffü gupft ... und Weinbeerl. No fünf Deka Butter oder Margarine, owa koa Butterschmoiz. Aus, Fertig!

F: Des is ois? Und wo moch ma den Sterz?

K: Am besten aufm Gasherd. Am Holzofen wars zwor no bessa, owa do muast den Ofen guad kenna, verstehst Bua?

F: Jo Kathi, i kauns scho nimma dawortn.

K: Oissa, fang ma o: Nimm a Häferl oder an Meßbecha zum Ei schlogn, des Ei komplett, mit Dotter und Eikloar, a Pris Soiz, daun schlogst des Gaunze mit da Gobi oder oana kloan Schneeruatn. Danoch gibst de Milli dazua, daun an Spritzer Sodawossa oder a Messaspitzl Natronpulver, no amoi durchschlogn, erscht daun gibst de 2 Esslöffi Möh dazua, no amoi ois durchschlagen, bist an scheen sämigen Toag host. Host mi?

F: Des is aber anstrengend, dauernd mit da Gobi schlogn, geht des ned oafacher?

K: Jo, mit an Haundmixa, owa erschtens host koan Strom und zweitens, glaub mas, es is immer bessa mit der Haund! Frog ned so bled, des is so. Punkt.

F: Sagt nix, ist besser so, nur nicht dagegen reden, die Kathi kann ganz schön fuchtig werden …

K: So! Pfann auf´n Herd, de Butter nei und ned zhoaß werden lossen, jetzt leerst laungsam den Toag in die Pfann, kurz auf großer Flamm anbräunen, wenn der obere, sichtbare Teil deiner Omelett no fost flüssig is, tuast es midn Muasta, des hoast auf deitsch „Pfannendreher“, vierteln, danoch kaunst as bessea umdrahn. Flamm zruck auf hoib, de Weinbeerl drauf, owa ned vorm Umdrahn, sunst verbrennans da, die Weinbeerl. Gö Bua, se gehts! Auf kloan Feia kaunst es dawäu steh lossn. Jetza richst an Zwetschkenrösta oder Opfelmuas her, des is ned so siaß. Her mitn Schmorrn, Staubzucka drauf und fertig is de Gaudi. Host mi?

F: Kathi, du bist ein Schatz, lass da a Busserl geben!

© Ferdinand F. Planegger