I wü oba ned

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I wü oba ned | story.one

Vier kleine Worte die so alles aussagen und wohl das kräftigste Argument gegen jeden Anflug rationeller Vernunft sind ... tagtäglich mehrmals, oft in gebetsähnlichem Singsang prasseln mir diese Worte entgegen. Und das schlimmste: auch ich denke mehrmals täglich Gedanken mit diesem Anfang. I. WÜ. OBA. NED.

Um mal das positive daran herauszustreichen: Hat es nicht geheißen, wir sollen unser Innerstes mit Ich-Botschaften kundtun? Nicht angriffig alles am anderen kritisieren sondern die eigene Gefühlswelt empathietauglich dem anderen vor die Füße knallen.

Na und zu wissen was man will kann doch auch kein Fehler sein. Ausdruck eines starken inneren Antriebs. „Du musst wissen was du willst, wenn du was weiterbringen willst im Leben!“ Ok, also schon 50% positiv.

ABER ... ja wenn dieses aber da nicht wär ... mit diesem Wort ist es echt verflixt, entkräftigt es doch mit vier kleinen Buchstaben so alles, was der andere sagt ... „Ja versteh schon, eh nett was du willst ABER eigentlich interessiert mich das einen Scheiß und was ICH will is sowieso viel wichtiger. Punkt.“ Das Aber löscht quasi wie ein verbaler Radiergummi alles noch so verständnisvolle Geplänkel und kommt auf den wahren Grund: ma wurscht! In der Gewaltfreien Kommunikation hätt ich gelernt, das „aber“ durch ein „gleichzeitig“ zu ersetzen ... funktioniert nur leider nicht.

Und dann die ständig präsente Verneinung. Warum nicht sagen was man will, anstatt sich darauf zu konzentrieren, was man nicht will. Schwierig. Und schwierig für kleine Menschen es anderes zu machen wenn das herumwandelnde Vorbild keine andere Kopiervorlage ausspuckt. Sorry Kinder, des wü i oba nimma!

© Fernanda 26.01.2020