Käsekrainerhotdog über Schlaf

Schlafen ist doch mal der perfekte Zeitvertreib, und wenn man Glück hat, träumt man noch was Schönes. Ich schlafe gerne und viel, manchmal mehrmals am Tag. Vor allem jetzt, wo es draußen kalt, dunkel und vielleicht sogar ein bisschen regnerisch ist, ist es noch schwerer morgens aufzustehen. Mein Bett ist warm, weich, es umarmt mich und das Gefühl nach dem Schock des grausamen Weckerläutens wieder langsam und erleichtert in den Schlaf zu sinken, ist unbeschreiblich.

In letzter Zeit habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, mir in der Nacht, wenn ich aufwache, einen kleinen Snack zu gönnen. Es kommt also nicht selten vor, dass ich nachts im Halbschlaf einen Smoothie schlürfend, ein Bueno genießend oder ein Salanetti knabbernd, im Bett liege und eine Mischung aus Glück und Elend verspüre. Glück, weil ich nachts um 2 Uhr meinen Heißhunger stille. Elend, weil ich nachts um 2 Uhr meinen Heißhunger stille. Und mein Bett vollbrösle, wie ich dann am nächsten Morgen entsetzt feststellen muss.

Eines Nachts waren die Umstände ein bisschen anders. Ich konnte nicht schlafen, was für mich sehr ungewöhnlich ist. Ein Freund hat sich nach einem Spieleabend bei uns geweigert, 20€ für ein Uber nachhause zu zahlen, also hab ich ihm, selbstlos wie ich bin, einen Schlafplatz auf meinem Sofa angeboten.

Vielleicht lag es daran, dass ich vom Abend noch ein bisschen aufgewühlt war, vielleicht daran, dass ich den Freund recht gerne mag, vielleicht daran, dass ich am Nachmittag zwei doppelte Espresso getrunken habe - man weiß es nicht. Auf jeden Fall konnte ich beim besten Willen nicht einschlafen, und weil er auch wach war, haben wir halt geplaudert. Von Mitternacht bis um 7 in der Früh.

Gegen 3 Uhr sind wir dann auf das Thema gekommen, also hab ich ihm von meinen nächtlichen Fressflashs erzählt. Da hat der Freund mir dann gestanden, dass er seit 12 Uhr zum Mittag nichts mehr gegessen hat. Es lief dann darauf hinaus, dass wir gemeinsam den Entschluss fassten, zu einem echt guten Würstelstand gleich bei mir um die Ecke zu gehen.

Ich muss sagen, das war eine der wunderbarsten Entscheidungen in meinem Leben. Wir haben uns je ein Käsekrainerhotdog geholt, und die Relation von dem Weißbrot, dem Käsekrainer und Senf und Ketchup war wirklich gut. Das Brot war außen knusprig und innen fluffig-weich, die Wurst saftig und sehr heiß, man musste beim Reinbeißen aufpassen, dass der Käse einem nicht ins Gesicht spritzt und man sich verbrennt, Senf und Ketchup haben alles schön abgerundet.

Es war ein schönes Gefühl, meinen nächtlichen Fressflash mal mit jemandem zu teilen. Diesmal hab ich auch kein Elend verspürt.

Schlafen ist der perfekte Zeitvertreib, aber ein Käsekrainerhotdog um 3 ist vielleicht sogar noch perfekter.

© filzbapn