Haigermoser und die Jugend-Feuerwehr

Als Haigermoser 12 Jahre alt war, ging er zur Jungfeuerwehr. Seine Freunde hatten ihm in den schönsten Tönen vorgeschwärmt und ergaben sich in kindlichen Superlativen! „Da mußt hi geh, da kannst mitn Schlauch spritzen, du kriegst a geile Uniform, da zünd ma Autowrack on zum löschen oder zum außeschneidn! Daun fahrma zu de Landes - Wettbewerbe, kumm oida des wird geil!“ Gesagt getan nächsten Freitag, war Haigermoser mit von der Partie. Nach zwei Wochen bekam er eine Jungfeuerwehrmann Uniform. Der Chef, (Haigermoser hatte den Rang des JF Kommandanten längst wieder vergessen (Welchen Rang sitzen Sie?) war seltsamerweise der gleiche, es war der Trainer, der Fußball Jugend Mannschaft), der Platzhirsch im Ort, was Jugendarbeit angeht. Im nachhinein betrachtet, war dieser kein Genie, die Jugendarbeit betreffend, damals reichte es, „bemüht“ zu sein. Hieß, man war froh, jemanden zu haben der sich um den Nachwuchs kümmert!

Haigermoser fiel die Geschichte seiner Mutter ein, die wollte mit 12 unbedingt zur HJ (Hitlerjugend), Hitler hatte auch vor den Pfadfinder nicht halt gemacht, aber der Opa hatte es ihr strikt verboten, bei diesen Verein mitzumachen. Haigermoser kamen die ersten Zweifel. Fasching stand vor der Tür, alle sollten als Frauen, Mädchen verkleidet, erscheinen. Von der Mutter eine Schürze an, (übliche Frauen Landes Uniform, das Pendant zum „Schlossergwandl“ heute gibt es keine Schürzen mehr, oder keine Frauen mehr, die sich freiwillig eine Schürze anziehen) gingen sie, hinter der Musikkapelle, lachten und würden ausgelacht. Zeit verging, jeden Freitag traf man sich zum üben, nicht ohne Zielwasser. Von den Erwachsenen und auch etliche Jugendliche kamen viele, wegen des Zielwasser und um einen Ort zu haben, wo Frau, Mutter, sie nicht kontrollierte.

Freitag vor Ostern, hieß es, wir fahren nächste Woche ins Zeltlager, cool dachte Haigermoser, augenblicklich hatte er pfadfinder-ähnliche Tagträume – er fand sich neben dem örtlichen Friedhof wieder, willkommen im Zeltlager! Punktgenau fing es nun auch zu regnen an, es regnete „Schustabuam“ dem Zeltlager drohte die Überschwemmung. Da es gerade so romantisch war und damit es realistisch bleibt, „survival of the fittest“ das ausgegebene Motto, mußten Sie auch alle zwei Stunden, eine Kontrollrunde um das Zeltlager gehen! Regen, Friedhof, Haigermoser fing an zu zittern, nein nicht vor Angst, er war komplett nass, bis auf die Knochen und der Sinn dieser Aktion wollte sich partout nicht einstellen. Samstag früh erwies es sich nun als Rettung in der Not, dass das Zeltlager im örtlichen Rahmen veranstaltet wurde. Wer nicht mehr wollte, konnte nach Hause, es regnete nach wie vor, Haigermoser wollte nicht mehr. Montag, die Uniform war gewaschen und gebügelt, fein säuberlich brachte sie Mutter Haigermoser wieder zurück. Haigermoser war kein Jugend Feuerwehrmann mehr.

Nie wieder Uniform, dachte Haigermoser, seitdem meidet er jede Art von Uniformen und Vereine.

© Fiorimonte