rainbow

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rainbow | story.one

ist ja nix passiert. gestern war samstag, heute sonntag, logisch. das wetter war auch nicht besonders. schwül, aber nicht so, dass man sich verpflichtet fühlen müsste baden zu gehen. ein nichts-tu-tag.

gerade mal mit dem hund draussen. zufällig flohmarkt in unserem grätzl, paar bücher erstanden. schuhe hätte es auch schöne gegeben, nike air, so gut wie ungebraucht, sogar ziemlich groß, aber meine füsse sind ja wirklich unpraktisch groß, kindersärge sagt meine mutter, größe siebenundvierzig und selbst die sind mir oft zu klein.

eine sanduhr habe ich auch gekauft. nicht, dass ich sie brauchen würde, aber manchmal, besonders am flohmarkt, ist es nötig etwas unnötiges zu kaufen. fand sie irgendwie schön und symbolisch. keine ahnung wofür.

ah ja, ein hemd so rot/orange, gestreift, wie eine tapete aus den siebzigerjahren, retrocharmant. ein euro ist fair.

eigentlich hatte ich vor etwas ordentliches zu kochen, aber wegen der drückenden schwüle bin ich davon abgekommen. morgens, porridge mit früchten. das haltet bis zum frühen abend. später ein dürüm vom derwisch, mit bissl zusätzlichem gemüse, tomaten, mozarella, wenn schon fast food, dann bessere ich es gerne ein bissl auf.

meine frau, also eigentlich lebensgefährtin, aber eigentlich auch meine frau, obwohl wir nicht verheiratet sind, sind wir es doch. warum wir es nicht sind, da gehen unsere meinungen etwas auseinander. möchte ich jetzt gar nicht weiter darauf eingehen. meine frau, nennen wir sie mal so, ist sie ja auch, hat da meistens weniger probleme als ich den samstag einfach nur zu hause herumhängend zu verbringen.

ich habe schnell das gefühl eigentlich sollte ich, würde ich ja gern.. am liebsten wäre mir ein orgiastisches fest mit unhörbarer lauter musik, mengen von drogen und alkohol, aber dafür werde ich langsam zu faul. zu alt sagen meine kinder und meine frau lebensgefährtin.

die rainbow parade, auch etwas das ich ungern versäume. eine runde das motorrad reiten wollte ich auch noch, zwecks cowboy usw.. so schlage ich zwei fliegen mit einem helm. da fahr ich noch hin, zumindest war ich dann dort.

weil es gar so heiß ist fahr ich gleich mit kurzer hose, im shirt. ich weiß schon, dass das nicht besonders gescheit ist so motorrad zu fahren, aber ich habe nie behauptet besonders gescheit zu sein.

kurz gesagt, sehr lustig die bunten leute. ich finde eine coole sonnenbrille am boden, passt. sehe ein konzert der weltberühmten wurst, die mitlerweile wieder ein würschtl geworden ist. farbenfrohe party.

als ich zurück zum motorrad komme finde ich fünfundzwanzig euro. ich fahre noch an den donaukanal ein eis essen.

dann easy rider ich befriedigt nach hause. in der ersten kurve rutscht mir auf den schienen der straßenbahn das vorderrad weg und mich "hauts auf de goschn" (wie man bei uns sagt).

eigentlich nix passiert, abschürfungen, motorrad auch okay. schulter und hüfte tun mir weh.

man soll den tag nicht vor dem abend loben.

irgendwie bin ich dem teufel in die falle gegangen.

© Flaco