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linz

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linz | story.one

in linz beginnts, sagt man (fälschlicherweise, denn begonnen hat der große thalia story slam in wien). der flaco darf in linz auch eines seiner verbalen elaborate zum besten geben. also, alles minuziös vorausgeplant, wie der flaco halt gerne wäre. weil er es nicht ist, kommt es wie immer, oder zumindest wie meistens. (aber das ist ja normal, dass meistens alles wie immer ist).

als ich am freitag bemerke, dass das schon morgen ist, rufe ich meinen sohn an um ihn zu fragen, ob er nicht mitkommen möchte. (wollte ich am mittwoch machen. wie die zeit vergeht!) der freut sich. morgen um eins in meidling. er kommt auch wirklich pünktlich. ich verstehe die welt nicht mehr. bin auch bald fertig - also, langsam dann.

geldbörse, schlüssel, zigaretten, brille, wasser, kaffee, kekse, feuerzeug (wo ist das wieder? ah äh. im hosensack. wo sonst?) - langsam, dann.

den text gerade noch richtig rechtzeitig (freitag) gelesen, ein bisschen geschliffen, absätze und pausen eingefügt (wie ich befürchtet habe - der flaco hat sich nicht daran gehalten). ausdrucken. die patronen wollte ich mittwoch kaufen. wie schnell doch so eine woche vergeht? stick, copyshop, zwei mal ausdrucken. ein mal mitnehmen. der flaco steckt ihn in den rucksack, dachte ich.

als der flaco nach linz kommt hat er nur zwei seiten des dreiseitigen textes mit - das schaut ihm ähnlich. fährt auf eine lesung, alles so gut wie perfekt organisiert, nur den text hat er vergessen - typisch.

zum glück hab ich noch den stick im sack (weil ich vergessen habe ihn in den schreibtisch zu tun). gleich hier ist ein copyshop. nur, dass der leider zu hat. ins einkaufszentrum. vierter stock kundenbetreuung - klingt gut! aufzug kommt und bleibt auf halber höhe stecken. ich sehe nur beine und füße (nervös trippelnd).

vierter stock (hochgestiegt). eine nette dame am computer, ein großer drucker und ein schild: außer betrieb (am drucker, nicht an der dame). nein, leider. vielleicht beim saturn. junger mitarbeiter der computerabteilung meint: kein problem. er muß nur seinen vorgesetzten fragen. der: leider nein. schadsoftware usw. (virenphobie ist weit verbreitet).

in der bankfiliale erklärt mir das mädchen (die einzige "angestellte"), dass sie das nicht dürfe und der flaco glaubt ihr. mein sohn und ich scherzen noch, dass wir in wien einen türken gefragt hätten, da gibts das "geht nicht" "dürfen wir nicht", "muß erst fragen" nicht so ausgeprägt.

letzte chance: der "art shop" im untergeschoss. aufzug steckt immer noch. im shop sitzt ein (das glaubt mir keiner) junger türke: "tamam" und schon hat der flaco seinen text wieder.

ab zu thalia. bissl spät bin ich (wie meistens immer). da ist er dann, der story vibe, die schwestern und bruderschaft der geschichtenerzähler.

martin hat mich gegen ende auf der liste. wahrscheinlich hat er gedacht: erstens, wer weiß ob der flaco wirklich kommt und zweitens, wenn ja, wann?

der flaco findet das wieder schön, wenn es schief läuft aber dann doch alles passt!

© Flaco 09.03.2020

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