serengeti

mit meinem bruder der in sansibar lebt, fahre ich in tanzania nach norden, durch die serengeti, richtung massai mara. in einem uralten toyota jeep in ziemlich gutem zustand, gut zu fahren, eher ein kleiner lastwagen, als ein großes auto.

beim grenzübertritt nach kenia erklärt mir der beamte freundlich "it´s ten dollar for the visa and ten dollar for my beer, everything very expensive now"

an das fahren in der serengeti muß ich mich gewöhnen, die pisten sind so schlecht, dass mir der toyota leid tut. ich versuche durch den busch zu kommen, bis ich herausfinde, dass man schnell fahren muß, dann kommt man ins schweben, nur bei den sprüngen heißt es aufpassen. einen unterschätze ich, worauf mir der kühler vom motor abreißt.

ein ochse schleppt den toyota zu einer hütte, die leute entzünden ein feuer und mit nichts als lötkolben, die sie ins feuer legen und einer rolle zinn, löten sie den kühler so gut an, dass wir für den rest der reise kein problem mehr haben. ich bin beeindruckt.

als uns zwei reifen gleichzeitig kaputt werden, verschwinden die massai im busch, mit blättern und dem harz eines baumes flicken sie den reifen so, dass wir noch zwanzig kilometer bis zur nächsten möglichkeit ihn zu tauschen fahren können .

die tiere der serengeti sind ein unglaubliches erlebnis. ich schleiche mich an eine giraffe an, die mit ihrem jungen hinter einem busch grast, stehe plötzlich vor ihr, dieses schöne, große tier biegt sich elegant, macht einen sprung und galoppiert davon. dieses vibrieren der erde werde ich nie vergessen.

ich steige auf einen hügel, was ich nicht weiß, dass auf der anderen seite elefanten diesen auch erklimmen, auf der spitze stehe ich unmittelbar vor der leitkuh. das überraschendste ist, dass ich in ihrem gesicht erkenne, dass es sich dabei um eine ältere dame handelte, die mit weit aufgerissenen augen mindestens genau so erschrocken ist wie ich, also drehen wir beide um und laufen den hügel wieder hinunter.

eine zwei meter lange schlange auf der piste, rettet sich vor dem auto indem sie sich aufbäumt und einen weiten sprung nach vorne macht. ich hätte nie gedacht, dass schlangen so weit springen können.

drei löwinnen und ein löwe liegen gelangweilt im schatten eines baumes, lassen sich durch das auto das anhält nicht aus der ruhe bringen. die weibchen übersät mit wunden von der jagd. ihm sieht man den pascha an. nur um zu sehen was passiert, steigen ich aus. der löwe setzt sich auf, die rettende tür im rücken, mache ich langsam zwei schritte auf ihn zu. als er beginnt mit dem kopf zu schaukeln bin ich schnell wieder im auto.

so überwältigend die eindrücke dieser weiten landschaft, mit herden von büffeln, elefanten, gnus, zebras sind, das ziel meiner reisen sind immer menschen, ist es, ihre eigenarten, ihr leben, ihr essen, ihre musik zu er-fahren, aber ich fürchte ich habe mich am weg zu den massai verplappert.

beim reisen, beim schreiben, eigentlich ganz allgemein im leben. bin ich mir gerne nicht sicher wo es hingehen wird.

schau ma mal!

© Flaco