Amman

Es ist unser erster ganzer Tag in Jordanien. Wir stehen früh auf, denn das Hotel serviert Frühstück nur zwischen 7:00 und 8.00, außerdem wollen wir nach Amman, das nur ca. 30 km entfernt liegt. Die Wüstenschlösser stehen auch auf dem Programm.

Das Frühstück ist wunderbar! Herrlich warmes, frisches Fladenbrot, Olivenöl, Oliven, mit Sesam gemischte Kräuter, die einen verlockenden Duft verströmen, Humus, Baba Ganoush (Auberginenaufstrich), Joghurt, Gemüsescheibchen, Obst, hartgekochte Eier, Marmelade, kleine Gebäckteilchen, Tee, Saft, Kaffee, Halwa.... Wir lassen es uns gut gehen.

Die Fahrt nach Amman führt uns wieder über die bekannte Strecke. Es ist Rushhour und entsprechend geht es zu. Allerdings muss ich mich schon ein bisschen an das Chaos gewöhnen – jeder fährt und parkt wo er will. Die 2-spurig gedachte Straße wird so plötzlich 4- oder gar 5-spurig, auch an der Ampel ist das so, plötzlich drängt sich noch ein Wagen in die Lücke neben einem. Es dauert etwas, bis ich erkenne, dass jeder peinlich genau auf seine Mitmenschen achtet und durch sanftes Hupen ankündigt, dass jetzt überholt wird. Wer in eine Straße einfahren möchte, fährt. Wer es nicht tut, kann da Wurzeln schlagen, wer stehen bleiben möchte, tut es, genau da, wo er es braucht und Punkt. Keiner echauffiert sich, alle sind gechillt- ok, also ich auch. Unser Offline-Navi bringt uns verlässlich an den Gratis-Parkplatz und wir machen uns zu Fuß auf den Weg auf den Zitadellenhügel.

Über viele Stufen und steile Straßen geht es nach oben, unter uns das römische Theater. Zitadelle und Theater stammen aus der Zeit Kaiser Trajans. Das Theater ist noch heute in Verwendung und eines der weltweit besterhaltenen Bauwerke dieser Zeit. Teile des ehemaligen Omayyadentempels krönen den Zitadellenberg, mit den zum Teil wiedererrichteten Resten des Herkulestempels. Überall grünt und blüht es herrlich und wir sind froh, so früh aufgebrochen zu sein, denn es wird nun recht warm. Wir wandern über den beeindruckenden, geschichtsträchtigen Hügel, der einst auch der Wasserversorgung der blühenden Stadt diente, bis zu deren Verfall im Mittelalter. Zu Füßen liegt uns Amman, eine Stadt mit über 4 Millionen Einwohnern auf knapp 1,6 km². Bis 1921 war Amman ein Städtchen mit kaum 20.000 Einwohnern und erst die Erhebung zum Regierungssitz des damals neuen Emirates Transjordanien brachte einen Aufschwung. Der Niedergang Beiruts als Handelsmetropole ließ Amman endgültig – auch durch den palästinensischen Flüchtlingsstrom- zur Millionenstadt und zum Handelsknotenpunkt werden. Mit der Unabhängigkeit (von Großbritannien) 1946, wird das Staatsoberhaupt Abdallah Ibn Husain König des Haschemitischen Königreiches Jordanien.

Wieder in der Stadt ist ein solches Gedränge, dass wir es nicht schaffen zur Al-Hosseini Moschee vorzudringen und wir beschließen en passant einen Blick darauf zu werfen und in die Wüste zu fahren, der Ruhe entgegen.

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