Nicht erwünscht?

Tick Tack Tick Tack, mit einem Ohr hörte ich nur wie die Zeit wie im Fluge verging. Draußen zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite und ich saß vor meinem Computer, die Augen nur einen Spalt offen, klatsch sie fallen zu. Vorbei. Die Stellensuche kann morgen auch noch fortgesetzt werden. Aber plötzlich, kam die Erinnerung vom letzten AMS Besuch, wohlgemerkt war das auch mein Erster und letzter Besuch, wieder in meinem Kopf: „Sie müssen einen Deutschkurs besuchen“, „Da lernen Sie UND andere Asylbewerber wie man richtig Bewerbungen schreib“ – meine Wut braut sich wieder zusammen – Ich, Österreichische Staatsbürgerin, geboren in einem kleinen Dorf in Österreich, spreche einen extremen Dialekt, sollte einen Deutschkurs besuchen?! Obwohl ich vor 2 Monaten maturiert habe, genau, da mache ich nicht mit.

Nun gut was soll man auch machen, anscheinend wird sich so manches niemals ändern. Wenn du nicht Huber, Müller oder Maier mit Nachnamen heißt, sondern er etwas exotischer ausfällt, schalten so Manche deren Köpfe aus und denken sofort an … gute Frage an was denken die nur.

Ich fragte die liebe Dame, für was genau ich dann die Matura erfolgreich abgeschlossen hatte, wenn ich eh sofort einen Deutschkurs mit Asylbewerber machen sollte. Darauf hin kam nur "wenn Sie nach 2 Monaten noch keinen Job haben, liegt es natürlich an ihrem Deutsch." Mein Wut war so groß, das ich aufstand mich bei Ihr bedankte und den Raum verließ. Wie man das nur einer 18 Jährigen direkt in das Gesicht sagen kann, die mehr Österreicherin als so manche Blumensorte ist, nicht mal die Muttersprache beherrscht aber sofort abgestempelt wird, ist für mich doch unfassbar.

Wie ihr mitbekommen habt, bin ich eine Frau mit „Migrationshintergrund“ wie man so schön sagt. Endlich kann ich meinen Mut zusammenbringen und etwas aus meinem Leben erzählen, viele wissen gar nicht wie sehr man darunter leidet.

Das hier, war ein ein Auszug aus meinem Leben, manchmal fühlt man sich einfach unerwünscht.

© Frau_A