Poltern 2.0

Der WhatsApp Gruppenchat ging über. Die zukünftige Braut Julia (48 Jahre) war auf einem Wochenendtrip mit ihrem Liebsten. Fotos vom Aperol, Strand und von der Radtour bekamen wir in Maßen. „Im Grunde poltern wir nun zu zweit, da ihr ja alle nicht da seit“ kam als Sprachnachricht rein.

In diesem Moment machte es bei mir Klick, die Braut war sozusagen meine „Schwieger-Tante“, ich (24 Jahre) schrieb sofort meiner „Schwiegermutter in Spe (51 Jahre) Claudia“ ob wir nicht eine kleine Polterei veranstalten sollen. Sie war sofort begeistert. (Man muss wissen Julia lebt in der Steiermark.) Einen passenden Termin hatten wir auch schon gefunden, da die Julia inkl. Brautmutter Maria in 2 Wochen nach Salzburg kommen würde, da Claudias jüngster Sohn seine Erstkommunion hat. Das bietet sich doch perfekt anbieten.

Gesagt getan, die Schwiegeroma Maria oder auch Brautmutter (71 Jahre) wurde sofort eingeweiht und siehe da sie fing zu heulen an, nicht nur ein wenig sondern wie ein Wasserfall. Süß, wenn so viele Freudentränen fließen.

Also wie ihr herauslesen könnt, war das kein normales Poltern, da ja auch keiner von deren Freunden wissen durften das das Brautpaar heiratet, es war eine kleine Undercover-Aktion, wurde eben nur in der Familie gepoltert.

Der Sohn der Braut hat ebenso eine Freundin Lisa (18) die natürlich mitgemacht hat.

Brautschärpe, Schleifer, Rock, und ein Korb voller toller Sachen wurde organisiert.

Nach 2 Wochen war der Poltertag nun endlich erreicht.

Alle waren bei Claudia zum Mittagessen eingeladen. Nach dem Essen verabschiedeten wir uns alle und fragten nochmal wann wir morgen zur Erstkommunion da sein sollten. Gut. Nachdem wir Jungen alle zu mir nachhause gefahren sind, schrieb Claudia schon „Sie ahnt nichts, freuen uns schon wenn ihr kommt“.

Um 19:00 Uhr war es dann so weit, wir zwei Mädls gingen über die Gartentür auf die Terrasse und schrien „Überraschung Poooooltern“. Julia könnt ihr euch dann so vorstellen: Offener Mund, Große Augen und sprachlos. Natürlich lachten alle eine Runde. Maria und Claudia holten die Kronen für uns allen und halten Julia beim Einkleiden. Endlich fuhren wir los in Richtung Innenstadt.

Lustig. Natürlich schaute jeder als wir in der Stadt herumspazierten, aber wir machten uns einen Spaß daraus.

Da leider nicht so viel los war und wir nach 3 Weiße Spritzer schon lustig waren, dachte ich mir – gut wir gehen nun in einen Club – gesagt getan, spazierten wir mit allen in den angesagten Club hinein und zwar mit Oma Maria. Wir hatten alle so einen Spaß, jeder wollte plötzlich mit uns mitfeiern und war erstaunt, dass die ältere Generation so mithalten konnte.

Wir tanzten, lachten, machten Selfies und sangen zu den Liedern mit.

Zwar sind wir alle um Mitternacht wieder nachhause gefahren, weil ja am nächsten Tag die Erstkommunion war, aber alle danken mir bis heute noch für diese coole Idee.

Generationen-Poltern könnte man im Grunde dazu sagen, oder auch Poltern 2.0.

© Frau_A