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#eigenartig

Einmal, beim Kajak fahren....

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Einmal, beim Kajak fahren.... | story.one

Tipp des Tages: Borg dir ein Kajak aus und paddle einen Küstenabschnitt auf und ab. Es gibt nichts beeindruckenderes als die Felsformationen der Algarve vom Wasser aus zu beobachten. Mit vier neuen Bekanntschaften aus dem Hostel buche ich eine dreistündige Kajaktour mit Guide. Mit Sonnenschutzfaktor 50+, lässig gewickeltem Turban am Kopf und Schwimmweste gleite ich mit Simon ins Wasser. Wir sind ein gutes Team, es geht zügig voran. Nach einer guten Stunde und einige Kilometer später lassen wir uns auf den Wellen treiben. Der Atlantik wirkt schwarz, die Felsen rau und wild.

Gegenseitig winken wir sich zu und machen Fotos. Die Sonne knallt erbarmungslos herunter, ich schmecke Salz auf den Lippen und versuche die ganze Stimmung aufzusaugen. Stille, es ist so still.

"Oho...", Ich verdränge den Gedanken. Nach ein paar Minuten kann ich den Gedanken und das Bedürfnis nicht unterdrücken. Ich spüre es, es liegt mir auf der Zunge. Simon, mein Kajakkollege blickt zu mir und fragt mich auf Englisch ob alles okay sei. Ich stimme ihm zu, drehe mich auf die Seite und kotze. Ich übergebe mich so richtig schön und laut, mit "voller" Herzenslust mehrmals in den Atlantik, vom Frühstück zum Fischfutter. Ich bekomme richtig viel Durst und trinke meine Wasserflasche leer, um danach wieder ausreichend Material zum Erbrechen zu haben.

Einfach so aussteigen ist jetzt nicht möglich. Der Guide bemerkt die ganze Situation und überlegt ob wir abbrechen sollen, aber ich lehne das ab. Die weiteren Teilnehmer haben schließlich dafür bezahlt. Den Rest der Tour paddelt Simon für mich, währenddessen ich aufstoße, rülpse und mich weiter übergebe. Ich hänge wie ein toter Fisch auf dem Kajak umher, leichenblass, hoffen das die ganze Geschichte bald vorbei ist. Bei jedem Erbrechen entschuldige ich mich bei meinem Begleiter für den geschmackigen Auftritt.

Endlich erreichen wir einen verlassenen Strand. Jeder erkundet aufgeregt den Strand, nur ich nicht. Mein direkter Weg führt in den Schatten der Felsen. Dort liege ich nun wie ein Seestern, mit meinen Turban, der Schwimmweste, dem Paddel. Die vielen Warnschilder wegen Steinschlaggefahr ignoriere ich dezent. Ich stelle es mir angenehmer vor vom Felsen erschlagen zu werden als Seekrank zu sein, hauptsache ich kann mich "erden".

...aber es trotzdem ur cool...

Photo by Maxim Lugovnin on Unsplash

© FrauXYZ 2020-09-03

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