Der Himberg

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Der Himberg | story.one

Der Himberg ist ein Berg in der Gemeinde Puchberg am Schneeberg im südlichen Niederösterreich mit einer Höhe von 948 Metern.

Hierher führten meine Mama und mich sehr viele Ausflüge in meiner Kindheit. Es begann jeweils in Ternitz mit einer Fahrt mit dem Autobus nach Puchberg. Dort angekommen, gab es mal im berühmten Cafe von Marzipan König Karl Szabo ein ausgiebiges Frühstück, Tee Zitrone, Topfen Golatsche, und ein Achterl Cola zum nachspülen :-)

Dann ging es mit dem Sessellift, welches aber schon Ende des letzten Jahrtausends abgerissen wurde, auf den Himberg. Ein langer ausgiebiger Spaziergang war das weitere Programm, welcher uns dann von der Bergstation zu einem Gehege mit Hirsch und Rehen führte, die ich immer fütterte mit Blättern, Gräsern und im Herbst mit Kastanien.

Der weitere Weg führte Richtung Holzknechthütte, eine ehemalige kleine Hütte der Bergarbeiter vor vielen vielen Jahren. Der Spruch, welcher an der Tür stand, weiß ich jetzt 30 Jahre später noch immer auswendig und zwar im Dialekt!

" I bin a Holzknecht und hob nix,

und doch gfreit mi di Wöd,

denn Glück kann ma ned kaufen,

und di Freud kost ka Göd!"

Ein Spruch, der auch heute noch seine Berechtigung hat, denn Geld alleine kann nicht glücklich machen!

Dort gab es dann oft die mitgebrachte Jause vom Konsum, oder man wanderte zurück zum Himberghaus oberhalb der Lift Station. Eine Schutzhütte mit toller Speisekarte, und Pächtern, die nach vielen Jahren Freunde geworden sind, sowie einige Gäste, die ihre Freizeit weit ab der Stadt auf einem ruhigen Berg genossen haben, sogar vom 80 Kilometer entfernten Wien kamen sie um Ruhe und Freiheit fühlen zu können.

Es war jedesmal ein toller, wunderschöner Ausflug, den ich mit jedem Jahr wo ich älter werde immer mehr zu schätzen weis, und ich werde meiner Mama immer dankbar für diese Zeit sein, leider kehrt diese Zeit nicht mehr zurück, auch wenn man es sich noch so oft wünscht. Aber die Erinnerungen bleiben für immer!

Da ich jetzt in einer schwierigen, schier aussichtslosen Situation bin wo ich helfen will, aber es mir nicht erlaubt wird, werde ich, weil es ja keine Seilbahn mehr gibt, den Fussweg auf den Berg meiner Kindheit antreten um dort neue Kraft zu tanken, Erholung und innerliche Ruhe zu finden!

Ein für mich mystischer Ort, den ich jetzt mehr brauche als Jubel, Trubel, Heiterkeit. Wenn auch jetzt sehr verwachsen nach 20 Jahren ohne Lift und Forstarbeiten, aber ich werde meinen Weg finden und gehen....

© FritzVanWeyden 16.09.2020