Rumänien

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Rumänien | story.one

Gesehen in Bukarest, im Juli 2014, Regen, schmutzige Luft, leichte Beeinträchtigung der Sicht durch den Smog.

Vor einem Restaurant kehren 2 Frauen den Gehsteig. Sie tragen knöchellange Röcke, Hausschlapfen, Schürze und Kopftuch als würden sie auf dem Feld arbeiten. Ein Radfahrer quert mit einem supermodernen Fahrrad und einer farblich auf den Alurahmen des Rades abgestimmte Radfahrerkleidung.

In der Innenstadt sieht man restaurierte Hauser eine saubere Fußgängerzone und sogar einige Kübelpflanzen auf dem Gehweg. Doch außerhalb des Zentrums fehlt der Stadt jeglicher Charme.

Hässliche Wohnsilos, die billigst gebaut wurden ohne Rücksicht darauf, dass Menschen darin wohnen müssen. Manche dieser Häuser haben einen großen roten Punkt auf der Fassade. Das bedeutet dass dieses Haus keiner Überprüfung mehr standgehalten hat und in nächster Zeit zusammenbrechen wird. Passanten sollen sich fernhalten. Vorhänge vor den Fenstern zeigen, dass noch nicht alle Bewohner ausgezogen sind. Straßen mit der durchaus angemessenen Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 km/h führen zu vom Gold glänzenden orthodoxen Kirchen und Klöstern.

Mittagessen für Gruppenreisende. In einem Zelt mit Rüschen werden 200 oder auch mehr Reisende abgespeist. Die Tische sind schön gedeckt und das Essen ist traditionell, sagt man uns. Fette Würstel mit fetten Kartoffeln und auch der Salat ist im Öl ertränkt. Eine Kost wie sie ein Bauer in der Zeit vor den Traktoren gebraucht hat.

Die Bevölkerung teilt sich hier in 2 Gruppen. Die Einen in XXL die sich an die traditionelle Kost halten und die in S die es nicht tun.

Zwischen Hauptspeise und Nachspeise gibt es eine folkloristische Tanzvorführung.

Noch schulpflichtige Mädchen und Burschen tanzen sichtlich gelangweilt und auch etwas herablassend für uns. Ihre Kleidung aus Wolle und Leinen ist geschmückt mit Stickereien in Schwarz, Rot und Blau. Die Burschen tragen ein weißes Hemd und Wollhosen mit einem Ledergürtel und eine lederner Jacke. Die Mädchen tragen auch ein weißes Hemd dazu eine bunte Weste, eine reich verzierte Schürze und ein Stirnband aus Münzen.

Die Tänzer werden von einem Hackbrett einer Geige und einem Akkordeon begleitet. Die Tänze sind schnell und fröhlich. Die Jugendlichen sind perfekt trainiert und keinem passiert ein Fehler. Leider bleibt das Lachen, dass zu diesen fröhlichen Tänzen gehört aus. Für sie ist es ein Job, er bringt Geld und Spaß haben sie dann wohl in ihrer Freizeit.

Für die Tänzer gibt es kräftigen Applaus und für uns eine Schokocremetorte.

© Gabriele Koubek 16.10.2019