Freund Handy

Mein Telefon ist mir Freund und Helfer. Klingt blöd - ist aber so. Die schnellste Möglichkeit, meine Lieblingsmusik zu spielen - wann ich will.

Wie oft habe ich in Wien eine Gasse gesucht - mein Helfer zeigt mir sofort meine Position auf dem Stadtplan, und gleich darauf den Weg dorthin- weiß sogar noch die Zeit, wie lang es dauert. - Besonders sinnvoll ist das im Ausland- wenn ich etwa eine Zugs- oder Busverbindung mit Fahrplan suche, oder die Ferienwohnung.

Die handy Übersetzung funktioniert gut, hab ich bei anderen gesehen, selbst noch nicht gebraucht.

Meine emails kommen hier zu mir - samt angehängten langen Dokumenten, werden sie von mir beantwortet.

Im Sommer sind viele Freunde auf Urlaub, da habe ich begonnen, mit Begeisterung bei der Plattform "nebenan" teilzunehmen. Deren Ziel ist, in der Stadt die Anonymität zu lindern - echte Menschen zusammen zu bringen. Man kann etwas verschenken, suchen, Mitfahrgelegenheiten anbieten - sehr persönlich, eben nicht anonym: der Wohnsitz wird vorher geprüft, man wird im Wohnbezirk registriert. Ich wurde sogar informiert, als jemand aus meinem Wohnhaus sich "nebenan" registriert hat.

Dann macht man bei verschiedenen Gruppen mit: die einen nähen, die anderen treffen sich zum tanzen, oder sie raten, "wo in Wien" ein bestimmtes Foto aufgenommen wurde. Auch hier werde ich per mail informiert, wenn jemand mein Rätsel zu lösen versucht, bin gefordert, zeitnah neue Hinweise zu geben, oder die Auflösung des Rätsels zu bestätigen.

Spannend wurde es, als immer wieder dieselben Personen bei diesem Ratespiel mitgemacht haben. Von den 800 Personen, die der Gruppe angehören, sind ca 15 ständig aktiv, Rätselfotos zu posten oder mit zu raten - von denen haben sich dann bis zu 10 Leute persönlich getroffen. Lustig wars!

Als meine kritischen statements zu Fotos vom Administrator gelöscht wurden, verlor ich kurzzeitig die Lust, bei "Wien, aber wo?" weiter mitzumachen.

Über die Fotos selbst kann man geteilter Ansicht sein: manche stellten uralte Fotos aus dem Internet hinein ins Netz, die schwer bis unmöglich zu erraten waren. Als dann die Regel "selbst fotografieren!" aufgestellt wurde, haben kreative Köpfe ihr Foto verändert, etwas verpixelt oder Teile einer Stadtansicht einfach heraus geschnitten. - Wieder wurde in der Gruppe per chat diskutiert, über das zu erratende Gebäude, die Statue, den Pfeiler einer Brücke... oder was es sonst noch so gibt, in Wien.

Mein neuestes Hobby, mit dem handy Geschichten zu schreiben, kann ich überall ausführen. Die Likes, die challenges, die Kommentare - all das ist ein toller Austausch mit echten Menschen und deren storys... Schön auch, selber zu erzählen, ohne daß die Geschichten verloren gehen können, so wie früher die Notizzettel, Büchlein oder Bierdeckel!

Das beste an meinem handy ist aber die Kamera: sofort zeigen, was man sieht, Bilder vom Urlaub verschicken, bevor er zu Ende ist. Nicht vergessen davor noch - das "ausrinnende" Meer gerade richten!

© GabrieleZauner