Jährlicher Ausblick

Wie wunderschön ist dieser Ausblick von oben hinunter aufs Meer! Auf den meisten Postkarten und Postern ist es genau dieses Bild, wenn damit "Griechenland" gezeigt werden soll.

Ein eingebrochener Vulkan, der sich später mit Wasser gefüllt hat - die Caldera.

Wenn man hier ankommt mit einem Schiff, dann muß man hinauf auf den steilen Berg. Die Seilbahn bietet sich an, günstiger als jede andere im Mittelmeer- Raum: für Erwachsene €6 und für Kinder die Hälfte.

Die Esel haben heute Pause: keine schreienden und treibenden Führer, die die armen Tiere mit schweren Touristen am Rücken den Berg hinauf jagen. So ist auch die Stiege, die sportliche Fußgänger mit den Tieren teilen, sehr sauber geblieben..

Ganz oben locken die weiß getünchten Häuser - Cafes, Restaurants - und Hotels, deren Zimmer in Höhlen in den Berg hinein gebaut sind, und auf den Terassen hat man dann die Aussicht, wegen der Japaner jährlich diese Insel zur eigenen Hochzeits- Location auserkoren haben.

Aber auch bei einem Kaffee, knapp unter 10Euro, schaut man - mit Glück am Tisch in der 1. Reihe - gebannt hinunter. Da blickt man dann aufs Meer und auf den kleinen Vulkan drüben, wo man auch hinüber fahren und hinaufsteigen kann: er ist nicht ganz erloschen - und man zweifelt zwar, beim anstrengenden eineinhalbstündigen Aufstieg, ob die Hitze der Erde nicht doch von der Sonne kommt - bis der Schwefelgestank die Bestätigung ist: das ist ein echter Vulkan!

Zurück hinauf in die Hauptstadt, Fira hat Restaurants, Cafes, einige Banken, und noch mehr Juweliere.

Raus aus der Fußgängerzone, nach hinten bergab, findet man den Busbahnhof. Wir fahren - zu unserer Überraschung - um €2,40 - mit einem nagelneuen, modernen und gut klimatisierten Reisebus - nach Perissa an die Ostküste. Dieser Ort lebt von seinem schwarzen Strand am klaren Wasser - die Restaurants bieten Liegen mit Sonnenschirmen an, und servieren die Getränke und warme Speisen direkt zum Sessel.

All das gäbe es auch im Nachbarort Perivolos - da bleibt der Bus zuerst stehen. Doch hier in Perissa wird der Strand im Norden begrenzt durch einen beeindruckenden Stein.... der Strand endet beim Felsen, dessen Wand sich steil hinauf zieht, und weiter ins Landes-Innere.

Dieser Berg gibt dem Meer in der Früh, und in den Abendstunden eine besondere Färbung - er ist allgegenwärtig, und beim Schwimmen spürt man seine Energie... zumindest ich habe mich seit dem ersten Mal hier von ihm angezogen gefühlt. So komme ich immer wieder, in seinem Meer einmal kurz zu baden, auch wenn ich nachher wieder weiter muß - mit Bus nach Fira.

Ich gehe noch die Stiegen an der Küste entlang hinauf, Richtung Sonnenuntergang. In Oia gab es früher - vor Jahrzehnten - ein Windmühlen Lokal, da wurde der Untergang der Sonne jeden Tag freudig beklatscht.

Die blauen und weißen Häuser, die Bouganvilas in Rosarottönen, viele Fotos haben wir gemacht, und nächstes Jahr werden wir wiederkommen - als Billig-Touristen im langen, noch heißeren Sommer 2020.

© GabrieleZauner