Menschenmassen

Das Mietauto auf der Uraubsinsel hat uns zum Flughafen gebracht. Das Parkhaus ist menschenleer, in der Nacht könnte man hier gruselige Krimifolgen drehen...

Wir treten in die Abflugshalle ein, und wir sehen sie sofort: die viel zitierten langen Menschenschlangen - sie stehen vor der Gepäcksaufgabe. -

Wir aber sind nur mit Handgepäckskoffer unterwegs... im Internet eingecheckt und die Bordkarte ausgedruckt, gehen wir sehr flott durch, fast bis zum Flugzeug.

Unser erster Stop ist die Sicherheits- und Handgepäckskontrolle.Nur winzige Mengen Flüssigkeit, offen präsentiert, oder die leere Flasche sind erlaubt. Neben uns stehen vier große Container- hier werden kleine, halbvolle, leere und große Plastikflaschen von den Reisenden hinein geworfen, davor noch ausgetrunken.

Beim Eintritt zur Sicherheitskontrolle öffnet der Handy-QR-Code der Bordkarte den Schranken- das rote Kreuz verwandelt sich in ein grünes Hakerl, die gelbe Schranke geht auf. Ich nehme lieber meinen Papier Ausdruck - das geht schneller, als im handy das Bild zu suchen... ein grünes Hakerl, die Schranke geht hoch.

Unsere leeren Flaschen werden wir nachher wieder anfüllen beim Wasserspender, der Flug dauert doch 2 Stunden. - Aus dem Koffer hole ich den vorgeschriebenen durchsichtigen Plastikbeutel mit Zahnpasta, Deo, Kontaktlinsenmittel und Hautcreme, lege ihn in die Plastikwanne zum Mini-Rucksack, in dem Geld, Pässe und Handy drin sind. Meine Uhr muß noch hinein, deutet der Beamte, zu viel Metall. - Diese kostbare Wanne wird vor meinem Koffer durch das Durchleuchtungs-Gerät durchgezogen.

Ich schreite durch das Röntgen- Tor, oder sind das Magneten? Egal. Schnell lege ich die Armbanduhr an, verstaue den Plastikbeutel mit Flüssigkeiten im Koffer und mache ihn zu, stelle in auf den Boden und ziehe ihn weiter.

Mein Sohn steht vorn - am anderen Gerät war er noch schneller. - Vor uns das grell leuchtende Duty-Free Geschäft, da muß jeder durch, zu seinem Ausgang im richtigen Terminal.

Links die Cognac- Flaschen, die Süßigkeiten, rechts die Makeup- und Schminkwaren, dann Parfums. Zwei Verkäuferinnen stehen beim ersten der vielen Marken- Warenständer, also probiere ich später... mein Blick fällt hinten auf besondere kleine Glasflaschen, viereckig, in verschiedenen Farben, ohne Etikett... und sauteuer: pro Fläschchen nicht ganz 100 Euro! Das muß was feines sein! - Ich sprühe aus der grünen Probeflasche ein paarmal in mein frisch gewaschenes Haar. Traumhaft riecht es nach Orangen! - Sicher billiger, als daheim.... doch ich widerstehe der Versuchung, denke an die fünf ungeöffneten Parfums, die ich von den letzten Reisen daheim habe.

Wir erstehen noch eine große Wasserflasche am Kiosk, füllen sie um in unsere kleinen, als Proviant für den Flug.

Angekommen in Wien, spuckt unser Flugzeug uns wieder aus, andere Passagiere warten schon aufs Einsteigen. Und später, am Perron der U-Bahn, da sind sie endlich: die Menschenmassen...

© GabrieleZauner