Wasserspaß

Die herrenlose, orangefarbene Luftmatratze am Strand: weg .....

Natürlich kann man sich selber eine kaufen - doch dann muß man weggehen vom Strand, in den Supermarkt, eine passende einkaufen - und was das schlimmste ist: man muß sie meist selber aufblasen! Das braucht ganz schön viel menschliche Puste, so ein Luftmatratzen-Volumen - das wird leicht unterschätzt!

So war die Hinterlassenschaft abgereister Urlauber ein Geschenk - das orange Luxusmodell war für uns noch wertvoller. Kinder haben sich im Meer gegenseitig runter geworfen, Mamas haben sich im Wasser drauf gelegt, sich von den Strapazen des Familienurlaubs einige Minuten lang erholt. Danach wurde die Luftmatratze nach freudigem Gebrauch im Meer immer wieder hingestellt an den Ort, wo sie eben immer war - bis gestern, als wir alle in Panik vom Strand geflüchtet sind - wegen Donnergrollen, strömendem Regenguß und ein paar Hagelkörnern.

Zwar habe ich gehofft, daß sie am Morgen danach noch da ist, doch heute früh war sie weg. Wahrscheinlich vom Sturm über das weite Meer hinaus geweht, vergrößert sie nun nach einem kräftigen Hai- Biß den Plastikmüll, der unsere Meere verschmutzt. Das hätte ich wirklich bedenken müssen gestern... zu spät.

Jetzt könnte ich die Damen im Hotel, die die Zimmer für uns putzen, fragen, ob bei Abreise irgendwo ein ähnliches Modell stehengelassen wurde. Das Auslassen der Luft ist nämlich noch schwieriger als das aufblasen - das ist, in Zeit und Mühe umgerechnet, kaum den Kaufpreis wert, erst recht nicht die Gebühren fürs Übergepäck im Flugzeug. Man kann ja einmal probieren, so eine gebrauchte Luftmatratze wieder zusammen zu falten, in den Koffer zu stecken, samt Meersalz, falls man vergessen hat, sie zu duschen.... und schließlich: was macht man in der Wiener Gemeindewohnung mit einer Luftmatratze??

Im Pool wird gerade Water-Polo gespielt. Zwei Stöpsel von 5 und 6 Jahren stehen im Tor, am rechten und linken Rand des Schwimmbeckens, einer hat eine rot-weiße Badekappe auf, damit man weiß, zu welcher Mannschaft er gehört. - Ich frage in die Runde: Wieviel stehts? - Einer der mitspielenden Papas sagt: "... gefühlte 15 zu 15!"

Erst als ich nachdenke und weiter zuschaue, verstehe ich die Antwort. Es wird nicht richtig gezählt - die haben einfach Spaß! Die Jugendlichen, mit und ohne Kappe, schießen sanft aufs Tor, liefern sich statt dessen Kämpfe im schnellen schwimmen, wenn es zum Gegenangriff kommt. So ein Wettschwimmen findet gerade statt...

Da hüpft ein Mädchen mit Kappe schnell ins Tor, um ihrem Bruder ohne Kappe zu helfen: die anstürmenden Teenager schaffen es nicht, gegen die beiden ein Tor zu schießen!

Ich bin beeindruckt: keiner beschwert sich, daß da zwei Tormänner waren - der Gegenangriff rollt - der andere Tormann- Stöpsel springt ins Wasser. Irgendein Papa rettet auf der Linie, wirft den Ball weit ins Feld.

Morgen werde ich mitspielen um 15h, und die dumme Matratze vergessen. Gemeinsam Spaß haben ist doppelt lustig!

© GabrieleZauner