LehrerInnen prägen

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LehrerInnen prägen | story.one

Meine Geschichte ist ein Dankesbrief. An alle PädagogInnen, die uns miterziehen, uns Wissen lehren und sich zur Aufgabe gemacht haben, anständige Persönlichkeiten aus ihren Schülern zu formen.

So wie einst meine Volksschullehrerin in der Lavantgasse 35. Lediglich ein Zaun trennte den Kindergarten und die Schule. Der 1. Schultag kam und nun stand ich auf der anderen Seite.

Meine Lehrerin war sehr diszipliniert, aber einfühlsam und freundlich und was das Wichtigste ist, authentisch menschlich. Sie hat uns kindgerecht beigebracht, dass das Leben nicht immer nur die Sonnenseite zu bieten hat, sondern das man auch mit unangenehmen Gefühlen konfrontiert wird. Wir lernten den Stoff und auch Manieren. Ich erinnere mich an ihre liebevolle Strenge. Sie war unglaublich kreativ und ambitioniert und hat uns, der 1B, in den vier Jahren unfassbar viel ermöglicht.

Ich erinnere mich an Otto den Hasen, von dem sie Geschichten erzählte, während wir malten oder den sie auch in gewisse Projekte miteinbezogen hat. Sie erkannte die Stärken und Schwächen ihrer Schüler, ihr eigentliches Wesen und das war nur einer der Gründe, warum sie so beliebt war - bei den Kindern als auch bei den Eltern.

Durch "bewegtes lernen" machten wir während den Stunden immer wieder kurze Qigong Einheiten, klopften uns ab oder übten Achtsamkeit.

Ich erinnere mich an mein 1. Referat über Christina Stürmer, den AUVA Sicherheits-Rad-Film, der auch teilweise bei mir zu Hause gedreht wurde. Ich erinnere mich an die Vorführung "des Kaisers neue Kleider", die wir einstudiert und anschließend bei einem Fest unseren Eltern vorgeführt hatten. Ich erinnere mich an ein Projekt in der UNO, wo wir eine Performance zum Radetzky Marsch vorbereiteten. Ich erinnere mich an die Schreibwerkstatt, wo wir als Klasse ein Buch ("Der Zauberstein") geschrieben und jeder von uns Kinder dafür ein Bild gemalt hatte. Und neben all diesen großen Events gab es noch viele Ausflüge, spielerische Herangehensweisen und Aktionen mit viel Mühen dahinter, um uns den Stoff zu lehren.

Endlos ist die Liste und die Zeichenanzahl dafür zu gering, aber was ich damit sagen will, ist einfach nur DANKE.

Danke an all diejenigen, die sich entschieden haben, eine große und wichtige Rolle in der Erziehung und Ausbildung junger Menschen zu übernehmen, die es ernst nehmen und viel Herzblut hineinstecken. Auch wenn diese Berufung viele Emotionen auslösen kann, macht es so viel Sinn. Man formt die Persönlichkeit der Schüler durch das eigene Vorleben. Und ja, auch wenn man hie und da daran zweifelt, bleibt so viel hängen, auch wenn die Schüler manches erst Jahre später wirklich erfassen können. Manchen fällt die Arbeit manchmal schwer und manchen oft leicht, aber es kann viel in einem Kind bewirken. Man hinterlässt einen Stempel in der Seele. Man kann verändern.

Hut ab vor allen PädagogInnen, LehrerInnen und Menschen, die in sozialen Einrichtungen arbeiten, denn auch das ist lernen und lehren.

Ihr seid Vorbilder.

© GenerationAktionismus 15.09.2019