Fahrt nach München

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Fahrt nach München | story.one

Mitte Mai fuhr ich mit dem Zug nach München. Von Salzburg aus gibt es eine günstige Verbindung mit dem Meridian und einem günstigen Tagesticket. Das Wetter war angenehm. Zu Fuß ging's dann vom Bahnhof in die Innenstadt. Ich war wohl schon vor Jahren in München. Ein erster, besonderer Ort war die Bürgerspitalkirche. Diese ist mit dem Namen Rupert Mayer eng verbunden. Rupert Mayer war katholischer Priester und Mitglied des Jesuitenordens und wurde hier begraben und hat eine würdige Gedenstätte mit einem kleinen Museum. Darüber befindet sich die eigentliche Kirche, wo täglich um 12 Uhr Gottesdienst gefeiert wird. Rupert Mayer war ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Er trat offen in seinen Predigten gegen das Regime auf was letztlich auch zu seiner Inhaftierung und zu einem Predigtverbot führte. Er war Gründer der Marianischen Männerkongregation und in der Armenseelsorge engagiert. Er gilt als Apostel Münchens.

Eine weitere Ort ist die Kirche St. Michael, die vom Jesuitenorden seelsorglich betreut wird. Die Münchner Marienkirche ist die Hauptkirche, welche ich anschließend besuchte.

Danach machte ich mich auf den Weg zur Universität Müchen, auch LMU genannt (Ludwig Maximilian Universität). In dieser sehr bekannten Bildungsstätte verbirgt sich die Gedenkstätte der Weissen Rose.

Die Weisse Rose war eine Widerstandsbewegung im Nationalsozialismus, wo Studenten der Universität München Flugblätter anfertigten und diese dann per Post versandten. Es wurden auch in der Universität Flugblätter aufgelegt.

Die Gedenkstätte befindet sich hinter dem Lichthof der Universität und ist frei zugänglich.

An diesem Ort besteht ein besondere Spannung. Denn hier begegneten sich zwei geistige Welten von absoluter Gegensätzlichkeit. Einerseits der Geist des NS-Regimes und andererseits der Geist der Freiheit, der Menschenwürde und letztlich der Geist des christlichen Glaubens.

Hier hielt ich mich längere Zeit auf.

Nach einem Kurzbesuch an der Philosophischen Hochschule in der Kaulbachstrasse, welche von den Jesuiten geführt wird, und einen Abstecher in den Englischen Garten, der sich nur einige Minuten entfernt ist, begab ich wieder auf den Heimweg.

München ist eine Reise wert.

© Georg_Franz 23.06.2019