Hochkeil - Knappensteig – Bürglhöh

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Hochkeil - Knappensteig – Bürglhöh | story.one

Seit der Bronzezeit wurde am Fuße des Hochkönigs Kupfer abgebaut. Heute durchstöbern Archäologen im Sommer die prähistorische Schmelzplätze und Halden auf 1600 m Seehöhe. In späteren Zeiten wurde das gewonnene Erz vom Mitterberg in Mitterberghütten im Salzachtal verhüttet.

An die Bergbautradition erinnert der >Knappensteig<, einer der historischen Fußwege der Bergknappen, der von Bischofshofen hinauf zum 1000 Meter höher gelegenen Mitterberg führt.

Der Kupferbergbau wurde Ende der 1970er Jahre mangels Rentabilität geschlossen, dem betroffenen Mühlbach am Hochkönig wurde mit einem Tourismusplan geholfen, der Wander- und Schitourismus entwickelt sich positiv.

Oberhalb von Mühlbach, am Mitterberg, hat der Tourismus schon früher Einzug gehalten. Das Arthurhaus ist ein Ausgangspunkt für den Hochkönig, auf den Hochkeil gibt es seit den 1960 Jahren ein paar Schlepplifte. Von dort kann man über den >Knappensteig< 10 km nach Bischofshofen abfahren, was einst als die längste Schiabfahrt der Ostalpen angepriesen wurde.

28.2.2020 - Schitour 1200 hm von Bischofshofen auf den Hochkeil 1780 üA: beim Friedhof schnalle ich die Schi an, es schneit große Flocken aus grauem Himmel. Der erste Stieg führt links am Köpfl der Burgruine Bachsfall vorbei, bald bin ich auf Höhe Wirtshaus Bürglhöh, da muss ich später einkehren. Auf der Pesedenwiese bewegen sich 4 langsame schwarze Punkte vor mir, die werde ich bald >fressen<. Eine Viertelstunde später habe ich sie überholt, beim Zurückschauen sehe ich einen schwarzen Punkt hinter mir, der ist aber schnell! Vorbei am Juss-Stadl, nach der Kurve beginnt der Knappensteig. Ich trinke ein paar Schluck, der schnelle schwarze Punkt rauscht an mir vorbei – Servus!

Nach ein paar hundert Meter Steig geht es links in den Wald, dann über die Rodelbahn Mosott, das Gasthaus liegt tief unten.

Weiterhin große Flocken die meine Haare durchnässen, aber der Rhythmus ist gefunden, über kupiertes Waldgelände fliege ich dem Ziel entgegen. Keine Menschenseele weit und breit. Rechts geht’s zum Kalten Bründl, der Baumbewuchs wird weniger. Die Sonne will den grauen Himmel besiegen, es wird immer heller, aber es flockt weiter. Dann steht eine gleißend weiße Nebelwand vor mir, schemenhaft dringen die Felsen und Schneefelder der Mandelwände durch. Es reißt völlig auf, nur mehr blauer Himmel. Und ich steh allein am Gipfel, eine tolle Dramaturgie. 2 Stunden 30 Minuten.

Kurz darauf kommen zwei junge Männer an: Berg-Heil! >Hoagascht<über political correctness ist angesagt.

Durch 40 cm unverspurten Pulverschnee geht es mit genußvollen Schwüngen zwischen den Bäumen den Lärchenhang hinunter, bis zum Knappensteig. Dieser ist eher flach angelegt, aber präpariert, trotzdem ist die Trasse heute etwas langsam wegen dem Neuschnee.

Dann steh ich oberhalb des Wirtshauses Bürglhöh. Noch ein paar Schwünge, eine kleine Fischsuppe und ein Glas Weißwein locken zum Einkehren, ich habe es mir redlich verdient.

© Gerhard Maier 08.03.2020