Einmal Belfast und zurück

Ich hatte zwar einen Führerschein, doch noch immer mein Kreuz mit dem Autofahren. So kam es, dass ich in Dublin vieles zu Fuß abgegangen bin. Oft war ich sogar mehr als vier Stunden mit meinen ach so heiß geliebten Wanderschuhen unterwegs.

Trotzdem wollte ich noch mehr von der Insel kennen lernen und war auch neugierig auf den britischen Teil. So ganz alleine wollte ich mich dann doch nicht auf den Weg machen und überredete meine Freundin Michaela mich zu begleiten.

Wir buchten die Busreise bei Eirann und freuten uns schon riesig auf das bevorstehende Abenteuer.

Freitags nach der Arbeit im Call Center flitzten wir nach Hause und packen unsere Rucksäcke. Danach gönnten wir uns noch eine der besten Pizzas in Ranelagh und leerten eine gute Flasche Rotwein dazu. Etwas angeschwippst schlenderten wir zu mir nach Hause.

Ziemlich schlaftrunken gings in der Früh zeitig los, denn wir wollten einfach sovieles sehen und nahmen daher den allersten Bus. Also schnell eingestiegen und ab ging's.

In Belfast angekommen suchten wir uns gleich mal ein B&B, denn wir Schlaumeier dachten, dass es so billiger wäre. Etwas planlos irrten wir umher und in so mancher Gegend wollten wir auf gar keinen Fall wohnen. Hohe Mauern, Sicherheitskameras und richtig angsteinflösende Ecken. Dann hörten wir auch schon Schüsse. Wir hatten keine Ahnung wo die herkamen, und beeilten uns dort weg zu kommen.

In einem ruhigeren Bezirk fanden wir dann endlich unser Quartier für die eine Nacht. Von dem vielen Herumgelatsche wollten wir uns nur kurz etwas ausruhen und später vielleicht doch noch die Nacht unsicher machen.

Doch dazu kamen wir nicht. Wir verschliefen die ganze Nacht.

Irgendwie schauten wir total gerädert aus als wir zum breakfast erschienen. Der Inhaber grinste uns sehr merkwürdig an und auch andere hatten ein Schmuzeln im Gesicht. Zuerst wußten wir nicht so recht warum.

Doch dann bei der Rückreise hatten wir die Erleuchtung, man hat uns doch glatt für ein Liebespaar gehalten.

© Giggi