Pausengestaltung

Meine Geschwister gingen schon in Berndorf ins Gymnasium, somit musste ich mich nur bei ihnen anhängen um die Gepflogenheiten kennen zu lernen.

Meine Schwester schaute mir gar nicht ähnlich, doch immer verwechselten uns die Lehrer. Wir hatten den selben Geschichtslehrer und bis zum Schluss kannte er meinen Namen nicht.

Manchmal trug ich auch das Stigma unseres Familiennamen mit mir herum, denn schon beim Vorlesen meines Nachnamen wurde mir schon vermittelt, das kann ja nichts werden.

Doch die Pausen liebte ich, denn es gab so viele Möglichkeiten. Wir durften uns im ganzen Gebäude herumtreiben und dann gab es noch das legendäre Gummihüpfen.

Immer zwei Mädels standen in einiger Entfernung sich gegenüber und ein langes Gummiband war um sie herum gespannt. Zuerst fing das ganze Spektakel in Knöchelhöhe an. Jeweils war ein Hüpfer an der Reihe. Es gab soviele Sprüche, auch total sinnlose.

"Eine dicke Dame saß in der Badewanne, Badewanne krachte, dicke Dame lachte."

"Auf einen Gummigummi Berg, da saß ein Gummigummi Zwerg, der aß ein Gummigummi Brot und auf einmal war er Gummigummi tod."

Wer es schaffte die Sprüchlein fehlerfrei zu hüpfen stieg eine Höhe auf. Die zweite Höhe war die Kniekehle, dann folgte die Taille und für ganz geschickte gab es noch den Hals. Dies stellte schon einiges Können voraus, denn die Breite zwischen den Gummibändern (eigentlich wollte ich Gummis schreiben, doch mit zwei pupertierenden Teenager, hatte ich gleich ihr Gekicher im Kopf) war eben nur noch Halsbreit.

Wir hatten einen riesen Spaß und an Bewegung mangelte es kaum.

Leider passierte dann ein Unglück. Martina eine Schulkollegin stürzte ungeschickt und brach sich ihr Bein.

Es war eine richtige Tragödie für uns Mädels, denn die Schule erließ ein Gummihüpfverbot. In all den Pausen passierte nur ein einziges Mal etwas und das hatte gleich so ein dramatisches Ausmaß.

Vielleicht wäre es jetzt wieder an der Zeit solche Aktivitäten wieder einzuführen?

© Giggi