Ein Abschiedsbrief

Er steht im Flur, im Schein der Deckenleuchte, und liest den Brief.

Sie wartet im Dunkel verborgen und betrachtet sein Gesicht, sieht das Muskelspiel der Wangen, sieht die Schatten kommen und gehen und sieht das Glück, das am Ende alles überstrahlt und das nicht ihr gilt. Seine Hände zittern nicht, nur die Lippen, senden ihre wortlose Botschaft ... und sie weiß, sie hat ihn verloren.

Er steht im Flur, im Schein der Deckenleuchte und liest den Brief der Frau, die er immer noch liebt. Und sie liest es in seinem Gesicht.

© Gilda