das Ende des Regenbogens

Heute an meinem Geburtstag lehne ich mich zurück, um mein Leben unter die Lupe zu nehmen, kenne ich mich überhaupt, bin ich mir immer treu geblieben? Was ist eigentlich Treue? Lebensträume, in welche Richtung haben sie sich entwickelt, haben sie sich überhaupt entwickelt, Lebensträume, ich kann mich nur mehr vage daran erinnern, waren sie schillernd wie ein Regenbogen, waren sie vielleicht nur schwarz/weiß, vielleicht schillernd schwarz/weiß? Oder hatte ich gar keine Lebensträume, hatte ich keine Zeit um Träume fürs Leben zu haben? Doch, ich hatte welche, jetzt fällt es mir wieder ein.

Meine Ziele, habe ich sie immer konsequent verfolgt, bin ich zu viele Kompromisse eingegangen, um den bequemeren Weg folgen zu können?

Stehe ich noch am Anfang meines Regenbogens, oder bin ich schon bald am Ziel, ich vermute, mein Navigationssystem hat die Orientierung verloren.

Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn, Unbehagen breitet sich aus, Angst und Zweifel setzten sich fest, ist es die Ungewissheit, auf meinem Lebensweg die falsche Richtung eingeschlagen zu haben. Ich schließe die Augen, lasse verschiedene Situationen an meinem geistigen Auge vorbeiziehen, ja manchmal habe ich beinhart mein Ziel verfolgt, bin über Leichen gegangen, wie man so schön sagt, doch habe ich nicht viel öfter das Handtuch geworfen und mich bei heiklen Situationen verdrückt und gewartet, bis sich eine Lösung angeboten hat und mir mein Bauchgefühl sein ok erteilt hat. Ja seine Ziele zu verfolgen ist nicht immer leicht und natürlich auch mit Entbehrungen und Niederlagen verbunden.

Ich atme tief durch, jetzt habe ich meine innere Ruhe wieder gefunden, ich habe meine Gedanken wieder geordnet und komme zu der Erkenntnis, dass ich, obwohl ich so manche Leiche im Keller tief vergraben habe, meinen Lebensträumen schon ein großes Stück näher gekommen bin und vielleicht irgendwann die Ziellinie erreichen kann, bevor ich am Ende des Regenbogens ankomme.

© Gina