Der Clown

Die Besucher applaudieren, die Manege bebt und der Clown verbeugt sich das dritte Mal und er lächelt. ER hat die Macht, den Menschen das Lachen ins Gesicht zu zaubern, er ganz allein, er verbeugt sich noch einmal und hebt die Hand, seine Finger bewegen sich, ist das ein zaghaftes Winken? Er dreht sich um und verlässt die Manege. Ist sein Gang nicht ein wenig gebückt, nur ein ganz klein wenig, so als hätte ihm jemand eine Last auf die Schulter gepackt und seine Schritte, haben sie die Kraft und die Dynamik verloren, der Clown dreht sich noch einmal kurz um und er taumelt nun, er schleppt sich zu seinem Zirkuswagen und setzt sich auf die Stufen, seine Hände zittern, was in Gottes Namen ist los mit ihm, in seinem Kopf hämmert es, oder hört er noch immer den Applaus? Er fährt sich mit den Händen durchs Haar, wieso sind seine Haare nass? Der Schweiß tropft von seiner Nase und versickert im sandigen Boden, er merkt es nicht. Der Applaus, er kann ihn hören, wie die Kinder ihn rufen, er versucht aufzustehen, er möchte sich noch einmal verbeugen, er möchte den Kindern noch einmal zuwinken, noch ein letztes Mal.

Er sitzt auf den Stufen seines Zirkuswagens, den Kopf in die Hände gestützt, den Blick starr auf den Boden gerichtet, die Augen glanzlos und leer.

Der Clown der die Macht hatte, allen Menschen ein Lachen ins Gesicht zu zaubern hat die Bühne des Lebens für immer verlassen.

© Gina