die dicken Brummer

Es war im Mai 1960, meine Brüder und ich waren hellauf begeistert. Aus der Wiese krochen viele Käfer, für uns Kinder riesige Käfer und flogen davon, sie schwirrten umher, sie stießen überall an, fielen auf die Wiese zurück und flogen wieder hoch. Das faszinierte uns, wir fingen sie mit der Hand, sperrten sie zwischen den Händen ein, das kitzelte so und wir ließen sie wieder fliegen. Mein kleinerer Bruder sprang plötzlich auf und lief ins Haus, wieso wollte er nicht mehr spielen? Das dachte ich mir damals, ich täuschte mich, er holte ein Glas aus dem Keller, mit einem Deckel. Stolz hielt er mir das Glas vor die Nase „jetzt fangen wir sie ein“. Alle drei Kinder sammelten wir die Käfer, teils von der Wiese, oder wir fingen sie in der Luft und steckten sie alle ins Glas. Es summte und brummte wenn wir den Deckel öffneten und dann war das Glas voll, gefüllt mit den großen Maikäfern. Voll Stolz liefen wir alle drei ins Haus, mit roten Wangen und dem Glas Maikäfer in den Händen, stellten es auf den Tisch und mein Bruder wollte gerade den Deckel abschrauben, als sich meine Mutter auf das Glas stürzte. „Nicht im Haus“ rief sie verzweifelt und riss das Glas an sich. Leider war der Deckel schon gelockert und er fiel auf den Boden, meine Mutter hatte jetzt ein offenes Glas voll Maikäfer in der Hand. Einige krabbelten sofort heraus, auf die Hand meiner Mutter, diese hielt nun das offene Glas weit von sich weg und sie schrie in Panik „die Käfer, die Käfer“. Einige Maikäfer waren schon im Raum unterwegs, sie schwirrten gegen die Mauer und gegen die Fenster und lagen dann auf dem Boden. Meine Brüder beeilten sich und hoben die Maikäfer vom Boden auf, ich stand nur da und musste lachen. Das gefiel meiner Oma überhaupt nicht und ich fasste eine Ohrfeige aus, da blieb mir das Lachen im Hals stecken. Wir alle zusammen, sammelten sie wieder ein, damit sich die Maikäfer wieder an der frischen Luft bewegen konnten.

© Gina