ein seltsames Erlebnis

Ein kalter Lufthauch streift mir über den Nacken, ich habe doch das Fenster schon geschlossen, ich stehe auf und schaue nach, ja ich …. da ist er wieder, dieser feine Luftzug, Gänsehaut läuft mir über den Nacken, den Rücken hinunter, und sogar auf den Waden stellen sich die Härchen auf, blitzschnell drehe ich mich im Kreis, ich kann nichts entdecken, ich bin verunsichert, das kommt bei mir selten vor. Meine Sinne sind in Alarmbereitschaft, doch alles ist muxmäuschenstill, kein Geräusch und wieder, dieser feine, kalte Hauch von einem Luftzug, doch jetzt spüre ich ihn nicht im Nacken, ich kann ihn auf der Wange wahrnehmen und es ist nicht unangenehm, es ist wie ein streicheln.

Fassungslos und irritiert über diese kuriose Feststellung fahre ich mir ganz leicht über die Wange, nein, das ist nicht das gleiche, meine eigene Berührung ist, wie erkläre ich es richtig, zu rau und zu schroff, oder nicht zärtlich genug. Ich warte, die Sekunden dauern Stunden, oder sind es wirklich Stunden? Jetzt ist er wieder da, ich kann es fühlen, wieder auf der Wange und ich greife, schnell, damit ich ES erwische, es ist nichts.

Jetzt brauche ich einen starken Kaffee um meine Sinne wieder zu ordnen, um nachzudenken, um dieses, nicht mit dem Auge zu erfassende Phänomen zu ergründen, aufzuklären, oder …. vielleicht hat sich in meine Wohnung ein Geist verirrt, Geister kann man bekanntlich nicht sehen und nicht fassen, nein Quatsch, das kann nicht sein.

Die Tasse ist leer und ich habe noch immer keine Lösung gefunden,

der kalte Lufthauch, er ist immer noch da, ich fange laut zu sprechen an, ich bin alleine zu Hause, hoffentlich hört mich keiner.

Ich rede davon, dass es keinen Platz mehr auf dieser Welt für ihn gibt, dass er sich den richtigen Weg suchen muss und dass sein Friede in einer anderen Sphäre liegt und dann warte ich ab.

Der kalte Lufthauch streichelt mir zart über die Lippen, so als würde er mir einen letzten Kuss geben und verschwindet so lautlos, wie er gekommen war.

© Gina