Ein unfassbares Erlebnis

Ich sitze im Garten und beobachte die Blumen, Sträucher und Bäume. Ein Windhauch streift über die Wiese, ich überlege, sie müsste mal wieder gemäht werden. Der Löwenzahn gibt dem Winterling die Hand, das Springkraut hüpft vor Freude über die Gänseblümchen, eigentlich ganz schön anzusehen, doch meine Freundin, findet die das auch schön? Ihre Wiese ist immer tiptop, kein lästiger Mitbewohner ist zu sehen und der Rasen ist immer kurz geschnitten. Mein Blick schweift zu den Tulpen, einfache, gefüllte und gefranste. Sie stehen in Gruppen und plötzlich fällt es mir auf, sie unterhalten sich, sie schaukeln mit ihren Köpfen. Wieso ist mir das noch nie aufgefallen? Oder habe ich ihnen zu wegnig Aufmerksamkeit geschenkt. Ich spitze die Ohren, ich strenge mich an, meine Ohren sind nicht mehr die Jüngsten. Plötzlich , ja ich kann sie verstehen, sie unterhalten sich wirklich. Die gefüllte Tulpe macht sich Sorgen: "hoffentlich hält das gute Wetter an, denn der Regen macht mir den Kopf so schwer, dass ich dadurch die Veilchen küssen muß. Das ist wiederwärtig, das ist grausam". Die gefranste Tulpe fallt der Gefüllten ins Wort: "was ist hier grausam und wiederwärtig, die Veilchen duften nach Verführung und....... und einfach nach mehr und diese Farbe, so schön blau" eine einfache rote Tulpe mischt sich ein "was heißt hier blau, die Veilchen sind violett" und im nu ist ein Streit zwischen den Tulpen entbrannt, sie schreien alle durcheinander. In der Zwischenzeit hat der Windhauch, der zärtlich ihre Köpfe streichelte, sich zum Sturm entwickelt und die Blütenblätter der Tulpen wirbelten durch die Luft. Die Worte der Tulpen verloren sich in der Ferne und zurück blieb ein nackter Stiel, der leise stammelte: "WILLKOMMEN IM KREISLAUF DES LEBENS"

© Gina