eine kleine Urlaubsreise

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eine kleine Urlaubsreise | story.one

Manchmal durfte ich in den Ferien zu meiner Taufpatin fahren und einige Tage bleiben. Salzburg ist ja eine wunderschöne Stadt, auch schon in den Sechzigern und die Festung Hohensalzburg hat es mir angetan.

Also setzte mich mein Vater in den Zug, hängte mir ein Schild um den Hals, damit der Schaffner wusste, wo ich hin sollte und als ich meinem Vater nachwinkte, rollte eine kleine Träne über meine Wange. Ich wischt sie mit dem Handrücken weg, ich war doch nun eine „Große“, ich durfte alleine verreisen. Wenn auch nur nach Salzburg, doch damals war es für mich eine große Reise. In Salzburg holte mich meine Patin Gitti vom Bahnhof ab und wir fuhren mit dem Bus nach Maxglan, dort stand und es steht heute noch, das hübsche Haus mit Garten. Schon auf der Fahrt mit dem Bus erzählte mir meine Patin, dass die Katze Minka, Junge bekommen würde, die ich wahrscheinlich noch sehen werde. Weißt du, Minka ist schon ganz dick, flüstert sie mir ins Ohr, ich musste lachen.

In Maxglan angekommen, rannte ich zuerst in den Garten, um nach der Katze zu sehen, ich fand sie nicht. Ich schaute in jeden Winkel, in durchsuchte den Schuppen, ich konnte Minka nicht finden. Meine Patin beruhigte mich, vielleicht hat sie sich verkrochen um die Jungen zu bekommen, meinte sie und schlug mir vor, vielleicht einen Besuch auf die Festung Hohensalzburg zu unternehmen. Ich war sofort begeistert. Am nächsten Morgen marschierten wir los, zur Bushaltestelle, mit dem Bus fast bis zur Festung und dann wieder eine bittere Enttäuschung, wir gingen zu Fuß hinauf, wir fuhren nicht mit der kleinen hübschen Bahn. Wieder nicht mit der Bahn, dachte ich mir, so wie immer, so wie schon im Vorjahr und die Jahre davor. Dass es am Geld lag, konnte ich damals nicht ahnen, ich hatte ja noch keine Ahnung vom Wert des Geldes. Also marschierten wir los, immer bergauf, die Sonne schien unbarmherzig auf uns herab und ich hatte Durst. Meine Patentante hatte natürlich daran gedacht, eine Limo mitzunehmen, eine Limo, ein Libello, das ich so liebte, ich war wieder versöhnt. Wir verbrachten einen wunderschönen Tag auf der Festung und als wir am Abend wieder nach Hause kamen, saß Minka vor der Haustüre, sie war schlank. „Wo hat sie ihr Jungen“ rief ich verzweifelt und suchte wieder erfolglos den ganzen Garten ab.

Ich fand sie schließlich und lief ins Haus und erzählte meiner Patin, dass ich die Katze beobachtet habe und nun weiß, wo die jungen Kätzchen sind. Gemeinsam schleichen wir uns in den Schuppen, meine Patin stieg auf die Leiter und grinste. Ich durfte ebenfalls auf die Leiter hinauf und in die Schachtel schauen. Es befanden sich drei nackte Würmer in der Schachtel. Nach einigen Tagen durfte ich wieder nach den Kätzchen sehen, jetzt lagen wunderschöne kleine Kätzchen im Nestchen, die uns alle ängstlich anblickten. Meine Patin stellte die Schachtel auf den Boden und ich durfte die Kätzchen streicheln, die Katzenmutter hatte nichts dagegen - und ich war glücklich.

© Gina