Wieso ist abnehmen so schwer?

Missmutig blicke ich aus dem Fenster, der Wind bläst die feinen Schneeflocken fast waagerecht. Keine gute Idee joggen zu gehen. Ich schau noch lange auf das Dach des Nachbarhauses, kaum hat sich eine Schneeflocke festgesetzt, wird sie wieder weggeblasen.Was kann man bei diesem Wetter unternehmen?

Ich gehe in die Küche, ich öffne den Kühlschrank, die Presswurst lächelt mich an, ein Becher Dane plus Sahne fällt mir fast in die Hand und der Speck rutscht näher an mich heran. Ich schlage die Kühlschranktüre rasch wieder zu und frage mich, ob ich schon Alpträume habe. Oder, leide ich schon an Entzugserscheinungen? Wieder öffne ich den Kühlschrank, blos einen Spalt.

Nur einen kleinen Bissen von der Presswurst, nur ein kleines Eckerl als Belohnung? Aber wofür? Schnell schlage ich die Kühlschranktüre wieder zu, gehe ins Wohnzimmer und schlate den Fernseher an.

Der Kühlschrank, die Presswurst, der Speck und das Dane plus Sahne spuken in jeder Ecke meines Gehirn herum und in der Sendepause muß ich mir die Werbung von MC Donalds ansehen, die besten Burger werden im Kreis gedreht, mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Ich schalte den Fernseher schnell ab und setze mich fustriert auf die Couch. Ich lege meinen Kopf zurück und blicke auf die Decke.

Der Lampenschirm müsste mal wieder abgestaubt werden denke ich und beginne laut und hysterisch zu lachen an. Mein Gott, wieso ist abnehmen so schwer? Ich habe diese Worte laut in den Raum geworfen und bin verwundert über meine eigene, schrille Stimme. Ich stehe auf und gehe langsam in die Küche zurück, mein Blick klebt am Kühlschrank. Vorsichtig öffne ich ihn und schließe ihn sofort wieder.

Draußen wirbelt der Wind noch immer die zarten Schneeflocken durch die Luft, kein einladendes Wetter für einen Spaziergang. Ich lächle und öffne zum xten mal den Kühlschrank, nehme mir das Dame plus Sahne heraus und sage laut: "liebe Gina, einmal ist keinmal".

© Gina