Ewige Schönheit - nur in der Werbung

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Ewige Schönheit - nur in der Werbung | story.one

Der kurze Werbefilm brennt eine Kerbe in mein Bewußtsein EWIGE SCHÖNHEIT, die Haut, jugendlich wie eine dreißigjährige, auch noch mit sechzig straff und elastisch, faltenfrei und jugendlich frisch.

Ich schließe meine Augen, drehe die Zeit zurück. Mit dreißig, wie waren meine Gesichtszüge damals? Was sagte mein Blick damals aus? Eigenltich war meine Haut damals noch glatt wie ein Babypopo, jedoch ich war noch unreif, irgendwie noch mit "zu wenig Leben" ausgestattet. Ohja, mit einigen Lachfalten sicherlich, oder waren damals schon Sorgenfalten zu sehen?

Ich stehe auf und gehe ins Bad, ich habe dort einen Vergrößerungsspiegel, einen, bei dem alles, ja wirklich alles zu sehen ist. Schweigend starre ich hinein, eine alte Frau lächelt mich an, oder ist es kein lächeln? Ist es eventuell ein hämisches Grinsen? Nein, die Augen sind ernst. Sind sie traurig? Die Lieder hängen etwas. Ja und zwischen den Augenbrauen, sind da nicht Kummerfalten und Krähenfüße, die aus den Augenwinkeln springen, wie kleine Rinnsale. .....Ich beginne schallend zu lachen, ich hab´s, das sind doch Lachfalten, wie konnte ich mich so hinters Licht führen lassen, Lachfalten mit Krähenfüße zu verwechseln. Mein kritischer Blich zieht seine Kreise weiter, weiter nach unten. Der Mund, ja der ist manchmal etwas zu vorlaut doch der ist sicher nicht, wie man sagt verbissen. Doch die Lippen, haben sie den richtigen Schwung? Nein, ich muß mir eingestehen, da fehlt einiges. Dann die Backen, die sind rtwas nach unten verrutscht, keine Spur von straff und elastisch, wo ich mich doch mit den besten Produkten pflege. Jetzt sprechen die Sorgenfalten Bände. Die Stirn glättet sich langsam. Der Hals und das Dekollete, ja das kann man lassen. Die Beiden sind von der langen Lebenserfahrung verschont geblieben.

EWIGE SCHÖNHEIT gibt es sie überhaupt?

Ich lege den Spiegel zur Seite und freue mich über meine gelebten Tage, die ihre Spuren - von großen und kleinen Sorgen, von unermäßlichem Glück und von klitzekleinen Leiden - in meinem Gesicht hinterlassen hat.

© Gina