Frohe Ostern

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Frohe Ostern | story.one

Das Osterfest steht vor der Tür und ich denke darüber nach, womit ich meiner Familie eine Freude machen könnte. Eifrig blättere ich im Kochbuch, zu aufwendig, zu einfach, zu teuer, nicht jedermanns Sache, ich bin so gescheit wie vorher.

Ich sitze mich zum Computer und surfe, „guteküche“, „chefkoch“ „frischgekocht“, ich finde nichts passendes.

Ich setze mich ins Auto und ab in den Supermarkt. Wow, die Parkplätze sind alle besetzt, ich kurve mal rundherum und finde eine Lücke. So das wäre geschafft. Ich nehme einen Wagen und beginne mit meiner Einkaufstour. Zuerst geht es zum Fleisch, Selchroller in Hülle und Fülle, Kalbsrollbraten noch drei Stück, ich lege mir einen in den Wagen. Für Ostermontag vielleicht Cordon bleu, mit Petersilienkartoffel und gemischten Salat, der Pflücksalat wächst schon im Hochbeet, vielleicht noch Tomaten und eine Gurke. Ich gehe zurück in die Obstabteilung, keine Gurken mehr zu sehen, nur mehr Snakegurken, zur Not gehen auch die, denke ich und lege eine Packung in den Wagen. Die Tomaten sehen traurig aus, nicht rot, sondern bleich - ich lasse sie bleiben, ich werde in den Salat Radieschen mischen, die habe ich auch schon im Hochbeet. Schinken und Käse für die Fülle habe ich zu Hause. Jetzt noch Gemüse für den Kalbsrollbraten, Reis habe ich. Im nächsten Regal lachen mich die Osterlämmchen an, ich greife zu, sieht ja toll aus am Kaffeetisch, oder? Farbe für die bunten Ostereier brauche ich noch, ich gehe die Regale durch, ich kann nichts finden. Ich gehe zu einer Verkäuferin und frage sie. „Die Ostereierfarbe ist leider schon aus, doch wir haben noch gefärbte Eier, dort hinten“ und sie zeigt in die linke hintere Ecke.

Ich schiebe meinen Wagen wieder durch den Supermarkt, doch dort, wo die gefärbten Eier liegen sollten ist leider - eine Lücke. Egal, denke ich mir, ich nehm Gräser und Zwiebelschalen. Ich gehe langsam Richtung Kasse, sehe mich den Süßigkeitenregalen um, natürlich wird eifrig eingepackt, Maoam, Mon Cherie, Raffaelo, Duplo, Schokohasen und gefüllte Schokoladeneier, natürlich alles zum Verschenken. Ist aber nur ein Vorwand.

An der Kasse steht eine lange Schlange und vor mir ruft eine Dame „können sie noch eine weitere Kasse öffnen?“ Hinter mir jammert ein kleines Kind, die Süßigkeiten sind ja immer in Augenhöhe. Ein älterer Herr drängelt sich vor „ich habe nur …“ und ein junges Mädchen sagt keck „ich habe auch nur“ und hält eine Limoflasche hoch. Der ältere Herr drängelt sich trotzdem bis an die Kasse vor.

Schlussendlich bin ich wieder zu Hause gelandet, habe die Sachen verstaut, setzte mich hin und genieße einen Kaffee.

Ja und ich wünsche dir nun ein stressfreies und gemütliches Osterfest, viele bunte Eier, Schokolade und natürlich wunderschönes Frühlingswetter.

© Gina