HILFE

„Schaaaatz, ich brauche deine Hilfe“, mein Mann schraubt an seinem Motorrad, ich zupfe Unkraut im Blumenbeet. Ich eile in die Garage, dort steht mein Mann, ich weiß nicht ob man noch stehen sagen kann. Er wird von der Maschine an der Werkbank gedrückt, sein Gesichtsausdruck lässt nichts Gutes erahnen. „Beeile dich“ mit schmerzverzerrtem Gesicht weist er mich an. „Pack die Maschine und zieh sie hoch“, „wo soll ich sie nehmen?“ frage ich kleinlaut. „Egal, wo du sie am besten packen kannst“. Ich nehme sie beim Lenker und ziehe, jedoch ich bringe sie nicht hoch. „Du hast überhaupt keine Kraft“ stellt mein Mann fest und er atmet schwer. „Wenn du dich nicht beeilst muss ich ersticken“, seine Stimme ist schon etwas leiser. Ich lasse den Lenker los und versuche, mich neben meinem Mann zu quetschen. Wenn wir gemeinsam auf der gleichen Seite drücken, müsste es funktionieren. Ich strenge mich an, ich drücke, ich schiebe und ich werde krebsrot im Gesicht. Dieses Ding hat fast 200 Kilo, überlege ich. „Mensch drück doch fester“, seine Geduld scheint am Ende. „Ich stemme mich noch einmal mit voller Kraft gegen die Maschine“ presse ich zwischen den Zähnen hervor „und wenn sich die Maschine etwas bewegt, dann drückst du auch“. Beim gemeinsamen „horuck“ kam Bewegung in die Sache „den Seitenständer runter“ rief noch mein Mann und tatsächlich, mein Mann war aus seiner misslichen Lage befreit. „So ein Mist, das ist mir noch nie passiert“ sagt er, nachdem er sich etwas erholt hatte.

Jetzt musste ich lachen - ja und er, er lachte auch.

© Gina