Auto gefunden, Besitzer gesucht!

Parkplätze sind rar!

Schon wieder ein abgemeldetes Auto in der Siedlung. Es wird kaum beachtet.

Da steht er nun, der fast neue Fiat, eine gefällige Form, gebaut um gefahren zu werden. Der Ort, ein privater Parkplatz in einer Wohnhausanlage. Ganz westlich der Siedlung Parkplätze, zu denen der Weg am weitesten ist. Also wird er seltener genutzt. Unser Hauptdarsteller steht am 3. Parkplatz hinter einer hohen Buchsbaumhecke verborgen.

In solchen Siedlungen mit 183 Wohneinheiten, über 500 gemeldeten Bewohnern, ist es schwer mit der Hausverwaltung zu kommunizieren, denn die berufen sich auf den Mehrheitsbeschluß, oder bei Rechtsfragen auf Einstimmigkeit. 6 Häuser, 11 Stiegen da wird es Zeit mit einer Stimme zu reden. Haussprecher werden gewählt. Ein undankbarer Job, jeder Bewohner will etwas erreichen, aber zum Wohl der Anlage erreichen sie doch manchmal gute Ergebnisse.

Parkplätze sind rar.

Wohnwägen und Anhänger werden von den beliebten Parkplätzen auf den westlich Gelegenen verlagert. Unfallautos, Abgemeldete werden abgestellt. Bald fehlt die Übersicht. Der Fiat steht in guter Gesellschaft.

Zettel werden an die Autos verteilt, Besitzer gesucht? Hat ein ehemaliger Bewohner sein Auto vergessen? Beim Fiat wird der Lack stumpf, Moos wächst aus den Ritzen, auf den Scheibenwischern, schon geht die Luft aus einem Reifen aus, Jedes Jahr steigt der Humusbelag an den unglaublichsten Sellen, irgendwann hat ihn die Natur ganz überwuchert. Ein trauriger Anblick, das einst stolze Aushängeschild der Marke.

Parkplätze sind rar!

Eine große Aktion: Alle Bewohner, Autobesitzer werde aufgefordert binnen 3 Monaten ihre Schrottauos zu beseitigen, andernfalls werden diese kostenplichtig entsorgt. Nun kommt Bewegung in den Fuhrpark der Leute. Der eine will Verlängerung der Frist, das Eine oder andere Fahreug verschwindet, aber für den Fiat findet sich kein Besitzer. Nun ist auch der 2. Reifen luftlos.

Inzwischen kommt ein Brief von der Verwaltung: Das widerrechtliche Entfernen von Gegenständen aus privaten Grundstücken ist strafbar. Hände weg. Der einzige Weg geht über die Polizei und die Feuerwehr, kostenplichtig und auch nur dann wenn Gefahr in Verzug ist. Diese Klärung war zeitgerecht, denn schon wollte Einer die Felgen haben, ein anderer bot sich an das Schloß zu öffnen, um das Wrack zu plündern. Lange vorher haben "Hausdetektive" versucht herauszufinden wo das Auto zugelassen ist, aber alle Pickerl und Tafeln waren sauber entfernt worden, Nichts die Motornummer versperrt unter der Haube.

12 Jahre, Keiner hatte registriert wann der Fiat abgestellt wurde. Er war da.

Parkplätze sind rar! Die Haussprecher entschieden sich: Gefahr in Verzug!

Die Verwaltung wird beauftragt die Entsorgung einzuleiten.

Die Feuerwehr kommt von der Polizei begleitet, öffnet das Fahrzeug, und findet die Nummerntafeln im Kofferraum. Der Besitzerin aus Wien wurde der Wagen entzogen, im Scheidungsverfahren zugesprochen.

© GONI