Elektromobilität ist nicht neu!

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Elektromobilität ist nicht neu! | story.one

Neu ist nur die verwendete Technik und die Elektronik.

E- Mobilität ist ein neues Wort.

Das Fahren mit Batterie ist schon eine alte Sache.

Wer kann sich noch an die Postpaketwagen erinnern, die mit 20 km/h durch Wien düsten. Als Verkehrshindernisse wurden sie seinerzeit aus dem Verkehr gezogen. Die Technik nicht weiterentwickelt, verworfen, verschlafen.

Und doch sind wir immer und immer wieder elektrisch unterwegs gewesen. In der Freizeit am Wasser in der Elektrischen, Straßenbahn, Stadtbahn oder O-Bus wie in Salzburg.

Aus Umweltschutzgründen hatte man die Motorbootfahrten auf österreichischen Seen verboten. Wer weiß noch wann das war? Das Elektroboot sollte da Abhilfe schaffen.

Mein Vater war selbständiger Schiffbauingenieur und Händler für Boote und Bootsmotoren. Das Fahren mit Außenbordmotoren damals noch mehrheitlich mit Zweitaktmotoren. Das im Benzin enthaltene Öl für die Schmierung zauberte Ölschlieren aufs Wasser. Die alte Donau wäre heute ein Ölsee. Also war klar Motorbootfahrverbot, damit es nicht soweit kommt, ausgenommen Fahrten zu gewerblichem Zweck.

Dann kommt aber der Elektrobootsmotor. Nein der kann nicht genehmigt werden. Der umweltfreundliche Motor wurde in Gmunden gebaut.

1952/1953 wird von meinem Vater bzw. von und für die Bootsvermieter der Antrag auf Genehmigung für die alte Donau eingebracht.

Die Wasserrechtsverhandlung dauert fast 2 Jahre ehe die Bootsvermieter mit der sauberen Energie fahren dürfen.

Was waren da für Hürden aufgebaut worden. Stellungnahmen, Gutachten, und die absurdesten Vorhalte mussten geprüft werden. ZB. Die Fischer behaupteten, der blinkende Propeller locke die Fische an und dann werden die gradezu gehäckselt. Das führte zu der Auflage, daß ein Schutzring um den Propeller eingeführt wurde. Ohne Schutzring kein Propeller auf der alten Donau.

Genau um diesen Schutzring haben sich dann ganz gerne die Algen gelegt und waren schwerer zu entfernen.

An schönen Tagen war die alte Donau von Booten überschwemmt. Auch die Sportruderer hatten ihr Training und die Regattastrecke auf der alten Donau. Damals war Wien noch Naherholungsgebiet für Wassersportler aller Art. Vereine hatten ihre Ufergrundstücke. Arbeiterstrandbad, etc. Das angesagteste Bad war aber das Gänsehäufel. Keine Mitgliedschaft, offen für Jedermann. Aber manchmal an heißen Tagen: Wegen Überfüllung geschlossen. Da hieß es früh anreisen, Essen mitnehmen, für einen langen Badetag. Dort gab es auch das Wellenbad. Jede volle Stunde wurden für ein paar Minuten große Wellen mit der „Wellenmaschine“ im großen Schwimmbecken erzeugt. Meer – feeling wurde dort vermittelt, ohne Salz.

© GONI