Feuer und Flamme!

Einheitzen anno dazumal. Unsere Wohnung in Wien, später wird man sagen Substandard. Das Vorzimmer, auch als Waschplatz benützt, verfügte über ein Gasrohr mit Y Ausgängen und passenden Hähnen an der Wand, gleich neben der großen Eisentür für den Kamin. Kindersicher in ca. 1,5 m Höhe. Eine Seite war mit einem Schlauch versehen, sicher 5 m lang, an dessen Ende ein etwa 30 cm langes, kupferfarbenes Rohr steckte. Das Rohr war am Ende etwas eingedrückt. Ganz früh schon sah ich meine Eltern mit der Flamme durch die Wohnung gehen, eine bleibende Erinnerung, denn später habe ich das auch so gemacht. Die Flamme rot, blau, leicht wallend, 40-50 cm. lang wurde immer schräg vom Körper weg gehalten, denn die Haare sollten nicht versengt werden. Im Wohnzimmer verschwand dann die Flamme im Ofentürl. Der einzige Ofen, ein Mellerkamin, stand in einer Ecke neben der Wohnzimmertüre war braun emailliert und sehr klein. In der Übergangszeit wurde Papier und Holz verheizt, dann Koks denn sonst wurde es nicht warm in der Wohnung. Andere Heizquellen gab es nicht, sieht man von dem Gasherd in der Küche ab.

An Gasgeruch waren wir in der Wohnung gewöhnt. Ja, da war noch ein Problem, manchmal riss die Flamme ab, und dann musste schnell der Schlauch geknickt werden und zurück in die Küche den Gasanzünder holen oder am Herd neu zünden. Der Beruf Sicherheitstechniker war noch nicht erfunden.

In strengen Wintern hatte der kleine Braune Hochkonjunktur, durch geheizt bis das silbern gestrichene Ofenrohr Rotglut zeigte. Da gab es auch ausnahmsweise Eierbrikett als Ofenfutter.

Also einen Papierkorb brauchten wir nicht. Der Ofen schluckte alles Brennbare. So lernte ich früh den Umgang mit offenem Feuer. Gelegentlich ein paar versengte Haare, auf der Hand oder die Stirnfransen, der Geruch mahnt zur Vorsicht.

22 Jahre lang wurde an dieser guten Praxis festgehalten, es ist nie etwas passiert.

© GONI