Greta Thunbergs Vorbild

  • 165
Greta Thunbergs Vorbild | story.one

Österreich schaut auf eine lange Tradition an Friedens- und Umweltaktivisten zurück.

Berta von Suttner, Wickerl Weinberger aus Altottakring.

Sie kennen den Wickerl nicht?

Das glaube ich gerne.

Berta von Suttner stirbt am 21.6.1914. Nach nur einer Woche, am 28.6.1914 passiert das bekannte Attentat in Sarajewo. Nur 4 Tage später wird ein Bub in Wien geboren. Eine kinderreiche Familie, der Vater verstößt die Frau mit ihren Kindern. Für den 4 Jahre alte Ludwig werden Heime sein Heim. Kinderarbeit war normal. Als 10 jähriger versorgte er als „Brotschani“ im Restaurant von Wilhelm Türk, WM im Gewichtheben, die Tische der Gäste mit Brot und Brezen. Versuche, Berufe zu erlernen, misslingen fast, aber Buchbinder wird er. Arbeitsloser Buchbinder. Er erhält eine Ersatzreservistenausbildung, wird aber wenige Tage nach den „Anschluß“ ausgemustert, und später zur Wehrmacht eingezogen. Er kommt in Polen und Jugoslawien zum Einsatz, wird 1940 am Knie verletzt. Nach dem Krieg Handelsschule und selbständiger Handlungsreisender in ganz Österreich. Entdeckt seine künstlerischen Ambitionen und wird in den 1980 er Jahren pensioniert.

Seit 1944 wohnt er in Margareten, Wehrgasse in einer 9 m² Wohnung, ein Dienstbotenkammerl, wenn man die Zahl ernst nimmt.

Schon früh in seiner Jugend lernt er die Hirscheninsel in der Lobau kennen. FKK auch sein Lebensmotto. Als nun die Hirscheninsel der Donauregulierung und der „neuen Donau“ zum Opfer fällt, wird er zum unermüdlichen Umwelt- und Friedensaktivisten. Er bekommt seinen FKK Strand auf der neuen Donauinsel. So erfolgreich, forderte er mehr und mehr. Er legte sich ein Image zu, er war schon zum König der Lobau avanciert. Dort hatte er, was er brauchte, Wasser, Licht, Luft Sonne. Die Anfangsbuchstaben ergeben seinen neuen Namen: Waluliso. Er kleidet sich mit einer weißen Kutte, nennt seinen neuen Platz Paradiso, trägt als König einen Reichsapfel und ein Szepter in Händen, am Kopf einen Lorberkranz und so geht durch Wien. Er ist die Zeit, wo Künstler auffallen müssen, und z.B. Tauben auf der Schulter tragen.

Ich habe ihn einmal getroffen. In der Kettenbrückengasse hat ein Bäcker Sonntag geöffnet, meine Mutter bat mich frische Semmel fürs Frühstück zu holen. Im Geschäft sind wir uns begegnet. Auch er hat sich frische Semmeln gekauft. Das Zepter klein, der Apfel in der Hand, so verlief meine Begegnung. Von meiner Schwester habe ich dann den Namen erfahren.

Mara hat in Wien auf der Kärntnerstraße gesehen, als er gerade am Weg zum Stock im Eisen war, sein Lieblingsplatz, wo er Friedensreden zum Besten gab. In der Wehrgasse sein Bett, die Lobau sein Badezimmer und dazwischen sein Wohnzimmer. Kein Wohnungsproblem. Seine Auslandsreisen nach Genf 1985, dann1986 nach Reykjavik, 1987 Moskau, Berlin und Washington. Manchmal grantelte er wie ein echter Wiener, wenn sein Sendungsbewusstsein in Frage gestellt wird. Nun habt ihr das Bild vom Vorläufer von Greta, er hat es vorgezeigt, wie Umwelt geht.

© GONI