MAUSOLEUM und andere ...

Hund, Katze, Maus, Marder, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Vögel, Pferde,Ziegen, Fische, Amphibien, leben wir mit ihnen oder teilen wir nur ihren Lebensraum?

In Wahrheit dulden sie uns, weil wir uns breit machen. Sie haben keine Strategie gegen uns, aber sie lernen mit uns zu leben, unsere Wohnhöhlen mit zu nutzen, für sich attraktiv zu machen. Denn alle Tiere die dem Menschen echt gefährlich werden können haben wir fast ausgerottet.

Mit 14 Jahren startete ich eine Reise an die Nordsee. 14 Tage bei Freunden. Hinterm Haus begannen die Dünen. Natur pur, ein paar Minuten gehen bis zum Strand. Ich fand eine kleine kecke Maus, brachte sie freudestrahlend zu meinen Gasteltern, aber die wollten sie auf gar keinen Fall im Haus haben. Ich hätte sie gerne nach Hause mitgebracht, von der Düne in die Großstadt. Dann habe ich die Maus in die Freiheit entlassen, schweren Herzens.

Noch kleiner waren wir als wir einen Goldhamster bekommen. Der Freiheitsdrang war zu groß, er hat sich durch Ziegelwände gegraben und ist im Stiegenhaus einen Stock tiefer unserer schon älteren Hausfrau begegnet, die ganz begeistert Allen erzählte sie hätte in der früh „ an Ratzn daschlagn“. Wir trauerten!

Bei Gmunden hatte mein Großonkel ein altes großes Holzhaus, mitten im Wald, das wir in Ferienzeiten bewohnten. Wildtiere zogen es vor in eine trockene, warme Unterkunft umzuziehen. Seit Jahrzehnten sind dann Siebenschläfer, Mäuse, Spinnen, etc. natürlich unbemerkt eingezogen, haben ihre Quartiere bezogen und Nester gebaut. Sie haben Türstöcke ausgehöhlt, sich durch Kästen geknabbert und sind so an die unglaublichsten Stellen gekommen. Aber auch der Lebensraum der Menschen ist nicht frei von Gefahren.

Mäuse kommen überall hin, wenn sie nicht aufgehalten werden. Sie laufen Überkopf Deckenbalken entlang, aber wenn sich dann der Schwanz in einem Riss des Holzes ein zwickt gibt es einen Ruck und die Maus hängt. Davon konnte sie sich nicht befreien! Wir fanden das arme Tierchen, Luftgetrocknet, zu Ostern.

Eine andere Mäusefamilie suchte sich im Geschirrschrank eine Suppenterrine als Nest aus. Das Einlegepapier wurde in kleine Stückchen gebissen und in die Terrine gebracht. Der Deckel ruhte verkehrt, etwas schief darüber. Nachdem die Nestvorbereitungen abgeschlossen sind, der Nachwuchs zur Welt gebracht war rutschte der Deckel in seine normale Position. Abgeschlossen, die ganze Familie gefangen. Ob nun die Jungen zu viel gehüpft sind, ein Erdbeben den Deckel bewegt hat oder ein Mäuserich über den Deckel gelaufen ist wissen wir nicht. Penetranter Leichengeruch in der Küche begrüßt uns. Alles wird gewaschen, abgesucht, Möbel gerückt, nichts, der Geruch bleibt. Dann Geschirrschrank als letzte Option total ausräumen, denn dort ist er am heftigsten, der Geruch!

Der Deckel klebt an der Terrine, – raus ins Feie damit. Wer macht das Mausuleum sauber?

Mutti hat genug zu tun, dem Küchenkasten einen anderen Geruch zu verpassen. Alles Geschirr waschen....

© GONI