Nazogl 2057 m

Steig ich den Berg hinauf, das macht mir Freude...

unsere Gruppe ist bereit, es ist Herbst beste Berggehzeit. Wir kommen von OÖ, da wäre die optimale Route in der Nähe des Pyrnpasses über die Hinteregger Alm weiter auf den Berg, Nazogl unser heutiges Ziel.

Unser Fahrer und Bergfreund hat heute aber anderes im Kopf und fährt uns über Liezen direkt auf die Hinteregger Alm. 1Std. Zeitersparnis. Bergschuhe raus - fertigmachen, Abmarsch.

In OÖ hatten wir wolkenlosen Himmel, aber das Ennstal schmückt eine Wolkenbank. Die Ankündigung verspricht ruhiges Herbstwetter. Fröhlich steigen wir auf. Langsam gewinnen wir an Höhe, der Weg zeichnet sich ab – wir sind in der Wolke. Feuchtigkeit wird spürbar. Kommt das von der Anstrengung, oder von außen. Vermutlich ist beides zutreffend, denn wir wechseln vorzeitig die Hemden. Da haben wir Zeit umzuschauen. Vor uns wie Wattebausch die Wolke. Es gibt Löcher durch die wir nach unten blicken können. Wie durch ein Kaleidoskop werden Höfe gezeigt, dann wieder ein Stück Liezen, oder Berge. Denn jetzt oberhalb ist alles wolkenlos, ein herrliches Bergpanorama 360 Grad. Die Sonne lacht und wir setzen unseren Weg fort. Schon sind wir auf den Wiesenmatten die sich hier weithin erstrecken. In größerer Entfernung stehen Gemsen. Kalkstein, da ist Vorsicht geboten, immer wieder sind kleinere Spalten, da wachsen Blumen, geschützt vor Wind und Schnee.

Sie wagen nicht ihre Köpfe raus zu strecken, bleiben in Deckung. Wir merken das schnell, den der Wind heroben ist stärker und kühler. Schnell sind die Windjacken ausgepackt, das nasse Zeug im Gras ausgebreitet, und das wohlverdiente, mitgebrachte Mittagessen ausgepackt und verzehrt. Nicht weit weg sind alte Schneefelder die den Sommer überlebt haben, obwohl südseitig, ist so viel zugewehter Schnee in einer Mulde, dass die Sommerzeit nicht zur totalen Schmelze gereicht hat.

Ein hohes eisernes Kreuz aus Profileisen schmückt den Gipfel. Nach Norden zieht sich der Weg Richtung Warschenegg das mit seinen 2388 m majestätisch da steht, leicht erreichbar wirkt, aber die Wanderangaben von mehreren Stunden doch abschrecken. Zeit zur Umkehr. Die Luft hier ist leicht, trocken und sauber. Welche wohltat für die Lunge.

Zeit für den Rückweg, der sehr steil ist, das wird einem hier erst so richtig bewusst, weil man ins Tal schaut. Grad tief unter uns die Hinteregger Alm, unser Ziel. Ein Stück des Weges, ein Graben, gehen wir verkehrt, zu steil und rauh, das Risiko auszurutschen ist zu groß.

Endlich unten angekommen setzen wir uns zu einer Jause bei der kleinen Hütte an die Außenwand, und lassen die wärmende Abendsonne unser Gesicht verwöhnen. Ein Teller Suppe weckt neue Lebensgeister. Was für ein herrlicher Tag in unserer Bergwelt. Hier leben zu dürfen, ein Privileg!

© GONI