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Späte Liebe ...

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Späte Liebe ... | story.one

35 Jahre gemeinsamer Weg, ich leide und werde krank, Depressionen.

4 Jahre Trennung, die Scheidung nur Formsache. 3 x Nein, bedeutet 9 Monate.

Dann ist der Schlussstrich gezogen.

Ich bin 68 Jahre und frei!

Das fühlt sich aber nicht gut an, Einsamkeit, lange Abende ….zu lang.

Ich erhalte Nachricht aus der Steiermark daß eine frühere, gute Bekannte verstorben ist.

Spontan fahre ich zum Begräbnis. Sehr viele Trauergäste sind gekommen. Gemeinsame Freunde, Erinnerungen, werden ausgetauscht. Unsere Runde besteht aus 7 lieben Menschen. Wir wollen zum Gedenken noch einmal zusammenkommen und gemeinsam beten.

Zum vereinbarten Termin sind wir wieder Sieben. Der lange Weg, ich verspäte mich ein wenig, aber es wird ein stimmungsvoller Abend. Für mich ist ein neues Gesicht dabei. Ich habe Zeit, kann in Ruhe beobachten, was ich sehe gefällt mir. In einer Pause mache ich schnell ein paar Fotos. Zu schnell möchte eine der Damen heimfahren, aber ihr Wagen ist zugeparkt. D. nimmt die Gelegenheit wahr, macht den Weg frei, und will fahren. Wir wechseln ein paar Worte, „ Wenn ich schon im Auto sitze, dann kann ich auch gleich fahren“. Für mich eine verpasste Gelegenheit. Schade. Ich schaue ihr nach, und bitte unseren Vater im Himmel um den Segen für D:, jeden Abend wiederhole ich meinen Segenswunsch!

Ich weiß gar nichts von D.

Eine gefühlt lange Zeit keine Nachrichten. Dann ein Anruf von Ch. Ich frage nach D. vorsichtig. Ja, wir haben uns getroffen, wenn du willst, darf ich dir ihre mail Adresse schicken. Ja, ich will – mein Herz schlägt schneller. Warum so förmlich, denke ich.

Ich nehme mir Zeit, aber dann beeile ich mich doch und schreibe bald. Ich stelle mich vor, erzähle,...

Es dauert nicht lang, kommt ihre Antwort. 5 mails am 1. Tag. Das ist wunderbar. Ein neues Treffen soll in 10 Tagen sein. Termin ist schon fixiert.

Mir ist das zu lang, Sonntag früh frage ich bei D, an ob sie spontan sein kann. Ich schlage für den Nachmittag eine Bergwanderung vor, Ja, treffen wir uns vor der Kirche, jedes Dorf hat Eine. Ich habe D. sofort erkannt, gehe auf sie zu.

Es regnet in Strömen, ein Gewitter. Wir gehen in die Kirche.

Als es aufhört wandern wir Richtung Berg, ich erfahre D. Ist Witwe, Kinder, Enkel, dann wird das erzählen schwer, ich nehme sie in den Arm, ihr Kopf lehnt an meiner Brust. Herrlich.

Das Gewitter kommt wieder, drohend grollt der Himmel. Wir drehen um, D. hat es eilig.

Sie gesteht mir, noch einen Jausentermin bei der Tochter zu haben.

Zum neuen Treffen, D. Ist die Gastgeberin, komme ich mit Blumen. Im Auto meine Reisetasche. Bei der Begrüßung, ziehe ich die Schuhe aus, D. räumt sie mit der Bemerkung weg: „Die brauchst heut nimmer“. So, So - denke ich.

Es wird ein schöner Nachmittag, Abend und Nacht!

Wir waren gleich so vertraut, wie ich das noch nicht erlebt habe.

Seit 3 Jahren pendeln wir zueinander, so oft es möglich ist. Jede Woche, gemeinsame Urlaube, wir gehören zusammen.

Mein Leben hat wieder Sinn, Freude und Glück. Der Himmel hat geholfen.

Wir lieben uns!

© GONI 03.05.2019

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